Von einer Sekunde zur nächsten

Unfall Patient mit Balken slider

War es technisches Versagen?

Samstag 17 Uhr. Ein Pick-up fährt vorsichtig auf einer Schotterpiste am Berghang entlang. Drei Menschen sitzen im Fahrzeug und drei Jugendliche stehen hinten auf der Ladefläche. Die Sonne scheint. Es ist ein friedlicher Nachmittag und die sechs Peruaner freuen sich auf ihren verdienten Feierabend. Die Arbeit auf der Chacra (Feld) war anstrengend. Plötzlich geht ein Ruck durch den Wagen. Wie von unsichtbarer Hand reißt es das tonnenschwere Gefährt über die Böschung. Während des Sturzes in die Tiefe werden die drei hinten abgeworfen. Die Insassen erleben mit Angst geweiteten Augen wie der Pick-up sich mehrmals überschlägt bis er völlig demoliert unten liegenbleibt. Eine Frau stirb noch an der Unfallstelle, fünf Verletzten werden von der Feuerwehr mit großer Mühe geborgen und zum Hospital Diospi Suyana gebracht.

Nach einer ausgiebigen Diagnostik ist klar, dass die fünf mit äußeren Verletzung und dem Schrecken davon gekommen sind.

Aus heiterem Himmel und trotz angemessener Fahrweise traf der Unfall sechs Ahnungslose. Warum? Und während eine stirbt dürfen fünf weiterleben. War es Pech oder Glück, eine Zahl in der Unfallstatistik oder eine schicksalhafte Tragödie?

1974 sang der Liedermacher Manfred Siebald die folgenden Zeilen:

Die letzte Strophe lautet: Wenn irgendwann, ob spät ob früh, erwartet oder unverhofft, mein Leben wie der Tag zu Ende geht, dann schneiden mir die Zeiger meiner Uhr von meiner Zeit die letzte Scheibe ab, ganz gleich, wie es um mich steht. Ob ich den letzten Atem mir in weißen Kissen hol, ob irgendwo in Staub und Blut am Straßenrand – ich weiß nicht, wie es sein wird, weiß nur, dass der Abschied einmal kommen muss, ob schmutzig oder elegant. Dann sagt man Wohl: Jetzt ist es aus, weil ich kein Wort mehr sag. Doch du, geh still nach Haus, und denk nur an den Tag.
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Auch ich geh weiter, nur ein wenig weiter,
geh in Gottes Freude, geh in Gottes Licht hinein.
Ich war für ein paar Jahre dein Begleiter
doch jetzt geh ich weiter, um bei meinem Herrn zu sein.