Eine wichtige Aufgabe findet die richtige Person

Jessica Ewald ist die Schnittstelle zwischen Patenkindern und Paten

Immer dienstags arbeitet die Mutter von drei Kindern in einem Büro der Diospi-Suyana-Schule. Als sie vor zwei Jahren gefragt wurde, ob sie bereit wäre die Kommunikation zwischen Paten und Patenkindern aufrechtzuerhalten, sagte sie entschlossen ja. Und seitdem kümmert sich die Hamburgerin gewissenhaft um einen guten Informationsfluss zwischen den Paten und 150 geförderten Kindern unseres Colegios. Die obige Landkarte an der Wand zeigt den Distrikt Curahuasi von immerhin 857 km2. Die Jungs und Mädchen, die Jessica Ewald betreut, stammen nicht nur aus der Kleinstadt, sondern aus den verschiedenen dazugehörigen Bergdörfern. Ein Shuttle holt diese Kinder am Morgen ab und bringt sie am Nachmittag wieder in die Berge nach Hause.

Drei Briefe pro Kind gehen jedes Jahr über ihren Schreibtisch. Sie formuliert Berichte, beantwortet Fragen und hält einen engen Kontakt zu beiden Seiten. Die Weihnachtszeit ist auch für sie Hochsaison, dann schicken die Kinder und Jugendlichen nämlich persönliche Zeilen an ihre Paten, die meist weit weg wohnen. Wie Jessica Ewald berichtet, kommt die Unterstützung derzeit aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, der Tschechischen Republik, den USA und Peru.

Sie weiß, dass die Hilfe und Unterstützung der Paten viel mehr ist als eine finanzielle Überweisung an unbekannt. Menschen in Übersee solidarisieren sich oftmals total mit ihren Schützlingen. Sie hoffen und beten, ermutigen und wertschätzen die Heranwachsenden. Im Laufe der Monate entsteht ein unsichtbares Band der Zuneigung und ein echtes Gefühl der Zusammenhörigkeit. In materieller Hinsicht ist das, was Jessica leistet, nicht messbar. Aber der wahre Wert ihres ehrenamtlichen Einsatzes ist unschätzbar. Er kommt aus dem Herzen und lässt die Kinder spüren, wie wichtig sie sind. Und was das bedeutet, kann Jessica aus eigener Erfahrung beurteilen.

Als Jugendliche hatte sie ein eher geringes Selbstbewusstsein und sie suchte ihren Platz im Leben. Mit 15 Jahren wurde sie in eine christliche Jugendstunde eingeladen. Zum ersten Mal hörte sie, dass Gott wirklich existiert. Und das der Ewige sie liebt durch die Person Jesu Christi. Diese Erkenntnis führte zu einem großen Umbruch in ihrem Leben. Jessica formuliert es folgendermaßen: „Als ich verstand, wenn Gott mich annimmt wie ich bin, dann habe ich eine wertvolle und unverwechselbare Identität!“

Vor zehn Jahren gelangte Jessica mit einer Freundin im Rahmen einer Südamerikareise nach Curahuasi. Ihr zweitägiger Kurzbesuch galt einem Bekannten namens Simon Ewald. Er absolvierte einen Freiwilligendienst an unserer Schule und höchstwahrscheinlich bestand zwischen den beiden etwas mehr als bloße Sympathie. Bei der Einfahrt in die Stadt schoss ein Gedanke durch ihren Kopf: „Hier könnte ich mal länger leben und arbeiten!“

Im März 2016 wurde aus der studierten Stadtplanerin und dem Gymnasiallehrer für Spanisch und Politik ein Paar. Acht Jahre später reisten sie mit ihren Töchtern Elisa und Anna als Missionsehepaar nach Peru. Ein goldiger Bub namens David gesellte sich vor genau acht Monaten hinzu. Ein Detail sollte in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Der Kleine ist stolzer Träger eines peruanischen Reisepasses.

„Jessica, welche Erfahrungen hast Du in Deinem Leben mit Gott gemacht?“ – Die freundliche Norddeutsche denkt kurz nach. Dann sagt sie: „Ich habe immer wieder gesehen, wie Gott in meine Geschicke auf wundersame Weise eingegriffen hat und gelegentlich habe ich seine Nähe ganz intensiv gespürt!“

Als ich langsam die Stufen aus dem zweiten Stock nach unten gehe, bemächtigt sich meiner eine ganz feste Gewissheit: „Jessica ist genau die Richtige für diese bedeutende Aufgabe!“ /KDJ

Bericht von Jessica über die letzte Campingfreizeit →

Diesen Brief an einen Paten hat sie heute geschrieben.
Die Hamburgerin sichtet den Inhalt eines Geschenkpakets.
Das Patenkind wird sich freuen.

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