Wäre das eine gute Idee: Ein Symphonieorchester zu Besuch in Curahuasi?

Vielleicht sogar der Messias von Händel im Amphitheater von Diospi Suyana

Vorne stehen drei Damen und singen moderne Kirchenlieder. Sie haben keine ausgebildeten Stimmen und die Playback-Musik über die Lautsprecher funktioniert mehr schlecht als recht. Und doch, es entspricht dem Bedürfnis des Menschen Lieder zur Anbetung Gottes zu singen. Wir suchen als Lebewesen eine Macht, die weit über uns steht. Eine Orientierung im ruhelosen Treiben und einen Anker im Sturm. Die Lieder erinnern uns an die Hoffnung, die der Glaube an Jesus Christus uns schenkt.

Vor gut zwei Wochen meldete sich der Leiter eines europäischen Orchesters bei mir. Er hatte mein 4. Buch „Ein Experiment mit Gott“ gelesen und schlug vor, dass er mit einem Chor samt musikalischer Begleitung bei Diospi Suyana ein Konzert auf hohem Niveau geben könnte. Über so einer Idee muss man erst dreimal drüber schlafen und viermal drüber nachdenken. Interessanterweise erhalte ich wenige Tage später von ganz anderer Seite die Geschichte des großen Oratoriums von Georg Friedrich Händel zugeschickt. Das ist die Geschichte des „Der Messias“.

Den folgenden Text entnehme ich der E-Mail von Ernst Schnitzhofer.

„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt! – Es war im Jahre 1741, als eines Nachts ein gebeugter Mann in sich versunken durch die dunklen Straßen Londons schlurfte. Der Mann war Georg Friedrich Händel, der große Musiker. In seinem Gemüt stritten Hoffnung und Verzweiflung. Die Gunst der vornehmen englischen Welt hatte sich von ihm abgewandt. Bittere Not kam über ihn. Der schöpferische Funke erlosch, und mit noch nicht 60 Jahren fühlte sich Händel alt und lebensmüde. Ohne Hoffnung kehrte er in seine armselige Wohnung zurück. Da fiel sein Blick auf ein dickes Paket. Er öffnete es.

„Ein geistliches Oratorium“ hieß die Überschrift. Händel ärgerte sich über den zweitrangigen Dichter und besonders über dessen Bemerkung: „Der Herr gab mir den Auftrag!“ Gleichgültig blätterte Händel im Text. Da sprang ihm eine Zeile in die Augen: „Er war verachtet und verschmäht von den Menschen … da war nicht einer, der Mitleid mit ihm hatte …“ Händel las weiter: „Er vertraute Gott … Gott ließ seine Seele nicht …Er wird dir Ruhe geben…“

Diese Worte füllten sich für Händel mit Leben und Erleben. Und als er noch weiterlas: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt …Frohlocke …Halleluja!“, da wurde es in Händel lebendig. Wunderbare Klänge überstürzten sich in seinem Innern. Der Funke von oben hatte ihn in Brand gesteckt.  Händel griff nach der Feder und begann zu schreiben. Mit unglaublicher Schnelligkeit füllte sich Seite um Seite mit Noten.

Am nächsten Morgen fand ihn sein Diener über den Schreibtisch gebeugt. Er stellte das Tablett in Reichweite und ging hinaus. Am Mittag stand es noch unberührt da. Händel schrieb und schrieb. Zwischendurch sprang er auf und stürzte ans Cembalo, lief auf und ab, fuchtelte mit den Armen in der Luft und sang aus voller Kehle: „Halleluja, Halleluja!“

Der Diener fürchtete, Händel würde wahnsinnig, als ihm sein Herr sagte, die Tore des Himmels hätten sich vor ihm aufgetan und Gott selber sei über ihm. Vierundzwanzig Tage arbeitete Händel wie ein Besessener, fast ohne Ruhe und Nahrung. Dann fiel er erschöpft auf das Bett. Vor ihm lag die fertige Partitur des „Messias“. Unter Händels persönlicher Leitung wurde der Messias 34-mal aufgeführt.

Am 6.4.1759 erlebte er zum letzten Mal sein eigenes Werk. Händel erlitt einen Schwächeanfall und wünschte sich, am Karfreitag zu sterben. Gott gewährte ihm diese Bitte und rief den großen Meister am Karfreitag, den 14.4.1759, zu sich. Händel durfte zu dem gehen, den er so ergreifend besungen und der ihm sein Herz abgewonnen hatte, so dass Händel jubeln konnte: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“

Wahrscheinlich sind wir alle einer Meinung, unabhängig von unserer Weltanschauung, dass die wunderbaren Klänge des Messias unsere Herzen berühren. Den Grund sehe ich in der unbändigen Hoffnung eines deutschen Komponisten in England Gott zu ehren und erfahrbar zu machen. Denn, wenn es stimmt, dass mein Erlöser liebt (Worte aus dem Buch Hiob des Alten Testaments), dann können wir voller Zuversicht leben und am Ende unserer Tage im Vertrauen auf Gott sterben.

Also wie bringen wir das Orchester aus Europa nach Curahuasi? Ob wir für so ein Event 5.000 Menschen im Amphitheater versammeln könnten? Und wer würde die Flugkosten bezahlen? Alles schwere Fragen. Aber eines muss ich zugeben, die Idee eines klassischen Konzertes zur Ehre Gottes in den Bergen der Anden Südperus hat etwas bestechendes an sich. /KDJ

Händel wäre sicherlich begeistert. Ein klassisches Konzert zur Ehre des Allerhöchsten im Amphitheater von Diospi Suyana.

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