
…sondern Anlass Risiken in Kauf zu nehmen
Im Monat Juli gedenken Peruaner ihrer Heimat. Sie fühlen sich als Patrioten und hängen ihre Fahne aus dem Fenster. Der Höhepunkt ist der 28. Juli, der Tag ihrer Unabhängigkeit von Spanien.
Vorgestern entdeckte ich ein interessantes Plakat vor einem Haus in Curahuasi. Unter der nationalen Flagge stand zu lesen: Ich bin Peruaner, aber ich gehe in ein besseres Vaterland – nämlich in die himmlische Heimat. Diese persönliche Erklärung bezieht sich auf einen Bibelvers aus dem Hebräerbrief: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir!“ (Heb. 13,14)
Man hat uns Christen vorgeworfen wir würden uns vom Jenseits vertrösten lassen. Die vage Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod raube uns die Kraft an einer Verbesserung der gegenwärtigen Umstände zu arbeiten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.
Die feste Zuversicht auf den Himmel gibt uns die Motivation im Armenhaus Perus zu wirken, obwohl das Unfallrisiko hier zehnmal höher ist als z. B. in Deutschland. Unsere Missionare nehmen große finanzielle Verluste in Kauf und klammern sich nicht an ihre schönen Wohnungen in Übersee. Es ist der Fokus auf die andere Dimension, die uns antreibt im Namen der Liebe Christi Unannehmlichkeiten und Nachteile zu akzeptieren.
Martin Luther spendete den sterbenden Pestkranken das Abendmahl in Wittenberg und brachte sich nicht außerhalb der Stadt in Sicherheit. Selbst heidnische römische Kaiser waren völlig perplex, dass sich die Christen während der schlimmen Pandemien um ihre kranken Nachbarn kümmerten. Ein Verhalten, das so ganz anders war als das ihrer nicht christlichen Volksgenossen.
Mit der Perspektive Himmel leben Nachfolger Jesu Christi nicht unter dem erbarmunglosen Damoklesschwert. Viele Agnostiker und Atheisten halten sich an das Sprichwort: „Lasst und essen und trinken, den morgen sind wir tot!“ Es ist genau diese Haltung, die zu einem hedonistischen und selbstbezogenen Lebensstiel verführt ohne für die Gesellschaft und Menschen in Not Verantwortung zu tragen.
Jesus hat gesagt, dass Gott uns einmal fragen wird, ob wir im Diesseits alles getan haben, um anderen zu helfen (Matth. 25)
Weil wir eine Zukunft bei Gott haben, krempeln wir die Ärmel hoch und packen an. /KDJ











