Auf der Suche nach mehr Entfaltungsspielraum

Aus Mangel an Platz haben sich Sprachtherapeutin Nelli Klassen und Ergotherapeutin Susi Rottler vorübergehend in der Orthopädie-Werkstatt eingerichtet.

Das Team hat sich auf 10 Personen erweitert. Derzeit arbeiten sechs Physiotherapeuten, eine Sprachtherapeutin, eine Ergotherapeutin, ein Osteopath und ein Techniker der Orthopädie zusammen um interdisziplinär den Patienten zu helfen.

Vor 12 Jahren bestand die Abteilung nur aus zwei Physiotherapeuten. Dieses erstaunliche Wachstum geht einher mit einer starken Zunahme der Nachfrage. Im Vergleich zu den 17.000 behandelten Patienten während des ersten Betriebsjahres ist der Patientenzustrom am Hospital Diospi Suyana um 350 % gewachsen.

Nelli Klassen gibt Sprachunterricht

Susi Rottler hilft einem kleinen Patienten beim Sägen

Familie Zeier in Peru angekommen

Urologe Dr. Benjamin Zeier, seine Frau Lena und ihre fünf Kinder Lucas, Kaila, Elias, Mila und Jonas sind wohlbehalten in Lima eingetroffen. Am  frühen Mittwochmorgen gegen 2 Uhr fielen unsere Freunde ziemlich müde in die Betten unseres Gästehauses.

Zum Abflug in Deutschland kam auch der TV-Sender VOX mit nach Frankfurt. Dr. Zeier sagte: „Es ist wie beim Segeln. Wir sind vorbereitet, haben organisiert was wir organisieren konnten. Und trotzdem braucht man dann am Ende Wind um vorwärts zu kommen, göttlichen Rückenwind.“ Den haben wir. Das ist für mich eine riesige Gnade!”

Am 22.1. wird die Familie nach Arequipa umziehen, um in einer Sprachschule die spanische Sprache zu erlernen. Geht alles nach Plan, dann werden die Zeiers im Juni 2020 in Curahuasi ankommen.

Eine ganze Menge

Die  großen Schulferien dauern in Peru geschlagene 11 Wochen. Die Schüler freuen sich entweder über die freie Zeit oder sie langweilen sich zu Hause. Am Colegio sind einige wenige allerdings schwer aktiv. In der Bibliothek sitzen fleißige Freiwillige und binden Bücher ein. Die haben sich stapelweise angesammelt.

Im Büro wird intensiv an der Aufnahme neuer Schüler gearbeitet. Ester Castillo (rechts im Bild) war drei Jahre mit der psychologischen Begleitung unserer Schüler beschäftigt und arbeitet nun ihre Nachfolgerin Géraldine ein. Zurzeit werten die beiden Aufnahmeprüfungen aus. Tag für Tag füllen Schüler der Oberstufe die Fragebogen aus. Wir freuen uns sehr, dass die Schule auf Wachstumskurs bleibt.

Unterdessen machen zwei FSJ’ler Werbung für das Ferienprogramm der Schule, das am 3. Februar beginnen soll. Hier wird es um Talentförderung gehen. Tanz, Kunst, Karaoke, Schach, Kochkunst und Vieles mehr wartet auf die Schüler, die sich nach tollen Freizeitangeboten sehnen. /CB

Estelita Cruz und ihre Tochter in der Warteschleife

Tag für Tag stehen sie in einer langen Schlange vor dem Eingang des Spitals. Am Ende entscheidet ein Losverfahren, wer als Patient das Krankenhaus betreten darf. Das System ist tatsächlich besser als man vermutet. Würde man die Wartenden in einer Liste erfassen, entstünde ganz schnell ein Stau über Monate im Voraus. Im Laufe der Jahre haben wir am Hospital Diospi Suyana schon die unterschiedlichsten Systeme ausprobiert. Grundsätzlich reisen immer mehr Patienten an, als von unseren Ärzten und Schwestern behandelt werden können.

Gegen 17 Uhr werde ich von zwei Frauen angesprochen. Sie kommen aus der Stadt Arequipa. Die Busreise von dort nach Curahuasi dauert gut 16 Stunden. Schon zweimal haben sie am Morgen ausgeharrt – leider ohne Erfolg. Kaum entwickelt sich ein persönliches Gespräch und Namen werden ausgetauscht, empfindet man den intensiven Wunsch irgendwie ein Ticket zu organisieren. Das wäre allerdings den vielen anderen Hilfesuchenden gegenüber ungerecht.

Ich wünsche den beiden für Mittwochmorgen von Herzen ein Glückslos. Hätten wir mehr Ärzte, dann könnten wir….

Missionskrankenhäuser erfreuen sich weltweit in der Bevölkerung großer Beliebtheit und fast immer fehlt eine ausreichende Zahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Da die Patienten nur einen Bruchteil der wahren Ausgaben begleichen, ist das Engagement von Freiwilligen aus dem Ausland (Missionare) von entscheidender Bedeutung. Ohne sie würde das Hospital Diospi Suyana gar nicht funktionieren.

Die gute Nachricht lautet: 2019 haben wir zehntausend Patienten mehr behandelt als im Jahr 2018. In absoluten Zahlen ausgedrückt waren es 58.000 statt 48.000 im Vorjahr./KDJ

John und Viola Lentink explorieren ein Nest

Seit fast neun Jahren arbeiten der Niederländer John Lentink und seine Frau Viola am Spital mit. Der Ultraschall-Experte und die Biologin haben eine besondere Liebe für die Natur vor ihrem Wohnzimmerfenster entdeckt. Derzeit brütet ein kleines Colibri-Weibchen auf einem Kaktus. Ein Junges ist bisher geschlüpft.

In Curahuasi gibt es sehr viele Colibris. Perus ist das vogelreichste Land der Erde.

Das Colibri-Weibchen sitzt auf dem Kaktus

Hier beim Brüten. Bitte nicht stören.

Peter Hitchens über die fatalen Folgen der sowjetischen Christenverfolgung

Stalin war der neue Zar, allmächtig und das Fundament des Staates. Aber er konnte nicht der neue Gott sein. Denn die Revolution hatte Gott getötet und damit eine andere Gottheit unmöglich gemacht. Dies geschah gründlich und absichtlich. Als Stalin 1953 starb, hatte der Staat nichts als Gewalt und Einschüchterung, Würstchen und Wodka, Medaillen und Kriegspatriotismus um zu überleben.

Als dann die Gewalt versagte und die Einschüchterung nachließ und Würstchen und Wodka Mangelware wurden und keiner an weiteren Medaillen Interesse zeigte, ging der Staat zu Grunde. Seit diesem Zeitpunkt sind alle Versuche eine zivile Gesellschaft aufzubauen gescheitert. Es gibt viele Gründe für diesen Abstieg in eine grobe Autokratie und die bestehende Abhängigkeit von einem Lenin Kult. Genauso wie für die Bedeutung des organisierten Verbrechens, die allgemeine Trunkenheit und die verbreitete Unehrlichkeit, den Verfall der Kultur, das zerstörte Familienleben und die Korruption.

Eine der wichtigsten ist die Abwesenheit des Gewissens und der Selbstbeherrschung sogar unter dem Bildungsbürgertum…    Die Liga der militanten Gottlosigkeit hat ihre Arbeit nur zu gut verrichtet. Im Namen von Vernunft, Wissenschaft und Freiheit wurde überzeugend bewiesen, dass gute Gesellschaften Gott brauchen um zu überleben. Indem sie Gott ermordet haben, ihn aushungerten und zum Schweigen brachten, ihn den Kindern vorenthielten und alle Feste zu seinem Gedenken ausradierten, entstand ein Vakuum, das nicht für immer durch Menschen oder Menschengemachtes gefüllt werden kann. (Peter Hitchens in seinem Buch “The rage against God”)

Dazu ein Zitat, das Alexander Solschenizyn zugeschrieben wird: “Der Atheismus ist das Grundübel unserer Zeit. Die Menschen haben Gott vergessen, und das ist der Grund für die Probleme des zwanzigsten Jahrhunderts!”

Es fehlen die Zudecken

Von Mitternacht bis um 4 Uhr werden vom Flughafen Lima keine nationalen Ziele angeflogen. Obwohl einige wenige internationale Flüge auf dem Programm stehen, kommt der Airport zur Ruhe. In den Fluren und Wartesälen betten sich die Reisenden zur Nacht. Die gefliesten Böden bieten zwar keine weichen Matratzenlager, aber immerhin ein horizontales Schlafvergnügen. Selbst die Gesprächsfreudigsten werden plötzlich ruhig und schließen ihre Augen. Die Nacht ist zum Schlafen da und endlich werden die Smartphones abgestellt. Unter einer warmen Zudecke schläft es sich wohl besser und eine dunkle Umgebung wäre auch hilfreich. Doch wer richtig müde ist muss sich an die Gegebenheiten anpassen. So wünschen wir den vielen Menschen, die nachts am Drehkreuz Lima ausharren, eine angenehme Nachtruhe.

Die Diagnose stellte Medizinstudent Jonathan Steinke

Der Kölner Medizinstudent ist engagiert wie kaum ein Zweiter. Als unlängst im Regenwald Perus das Denguefieber ausbrach, reiste er vor Ort um möglichst viel über diese Erkrankung zu lernen. Sein Steckenpferd ist nämlich die Tropenmedizin.

Vor einigen Tagen begann er eine Famulatur am Hospital Diospi Suyana. Eine junge Frau kam zur Aufnahme mit starken Gliederschmerzen und Nasenblutungen. Da hat es bei Jonatahn Steinke sofort geklingelt. Wie sich bald herausstellte, hatte die Patientin zwei Wochen im Regenwald verbracht und sich dort angesteckt.

Jedes Jahr erkranken bis zu 100 Millionen Menschen an Dengue-Virus. Die Übertragung erfolgt durch die Ägyptische Tigermücke. Die Behandlung ist symptomatisch. Todesfälle beruhen meist auf inneren Blutungen.

Wir hoffen nun, dass Jonathan Steinke irgendwann einmal mit dem Facharzt für Tropenheilkunde an das Hospital Diospi Suyana zurückkehrt. /KDJ

Ein Dankeschön an die Pfadfinder von Trossingen

Als ob nicht eineinhalb Jahrzehnte vergangen wären. Am Sonntag berichtete Dr. John in der Immanuel Gemeinde zu Trossingen über die Fortschritte bei Diospi Suyana. Und wieder wie vor 15 Jahren erhielt er einen Scheck der baptistischen Pfadfinder. Und in bewährter Weise sprach der Stammesälteste Philipp Steuer über den wackeren Einsatz seines Stammes zu Gunsten unserer Mission in Peru.

Die Gesichter haben sich verändert. Die Pfadfinder von einst stehen längst im Berufsleben und eine neue Truppe hat sich gebildet.

In jedem Standardvortrag des Missionsarztes taucht das Bild der Pfadfinder aus dem Jahr 2004 auf. Damals war von dem Krankenhaus in Curahuasi noch nichts zu sehen. Der Baubeginn sollte erst sieben Monate später erfolgen. Aber das tat der Begeisterung der Trossinger keinen Abbruch. Sie verdienen wirklich die berühmten Treuepunkte.

Der Zeitungsartikel in Trossingen – am Dienstag erschienen – fasste alles richtig und mit Gefühl zusammen. Man sagt, die Dame von der Presse habe gelegentlich ihr Taschentuch hervorgeholt. Diospi Suyana, wir vertrauen auf Gott. Im Jahr 2004 genauso wie im Jahr 2020.

Die gleichen Protagonisten am 17. November 2004

Die Geschichte der Familie Lächele aus Konstanz

Vielleicht könnte man sie als Yuppies bezeichnen. Zwei junge städtische Professionelle mit einer vielversprechenden Zukunft. Eine kleine Tochter im Kinderzimmer und ein zweites Kind unterwegs. Tobias Lächele ist ein studierter Medizintechniker-Ingenieur. Seine Frau Marielene arbeitet als Wirtschaftspädagogin (Business education) und unterrichtet BWL und Englisch. Die Gehälter stimmen und die entgegengebrachte Wertschätzung am Arbeitsplatz ist hoch.

Doch der 13. November 2019 sollte diese schöne Idylle ziemlich durcheinanderwirbeln. Als das Telefon am Nachmittag klingelte, war die Welt noch in Ordnung.

Der Direktor eines Missionsspitals in Südamerika meldete sich persönlich: “Wir brauchen Euch dringend in unserem Team in Peru!” Über vier Jahre hatte es keinen direkten Kontakt zwischen ihnen gegeben. “Interessant, dass Du gerade jetzt anrufst”, antwortete der Ingenieur, “wir stehen derzeit mitten in einer Umbruchsphase!”

Am Montag wurden Tobias und Marielene Lächele offiziell als Kandidaten von Diospi Suyana angenommen. Ihre Ausreise nach Peru ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen.

Das obige Bild zeigt das junge Pärchen bei einem Besuch von Machu Picchu im Jahr 2015. Krankenhaus und Schule von Diospi Suyana befinden sich nur 45 km entfernt auf der anderen Seite der Bergkette.

Seltsam, dass der Anruf aus heiterem Himmel genau im richtigen Augenblick erfolgte. Solche Merkwürdigkeiten passieren bei Christen ziemlich oft. Und wir sind sogar überzeugt, dass Gott die Fäden in der Hand hält, besonders dann, wenn Menschen ihm vertrauen./KDJ