Manuel und Christina Rosenkranz zum ersten Mal bei Diospi Suyana

Einen guten Touristenführer haben sie. Lehrer Jonathan Rosenkranz zeigt in diesen Tagen seinen Eltern die verschiedenen Standorte von Diospi Suyana. Breite Hüte gegen die Sonne und eine Flasche Wasser in der Hand. So kann man es bei den derzeitigen heißen Temperaturen in Curahuasi aushalten.

Manuel Rosenkranz wird in den nächsten Wochen mit Unterstützung seiner Arbeitgeber einen Schredder für Krankenhausabfälle konzipieren. Eine höchst nützliche Maschine. Die Details will er noch mit Oebele de Haan durchsprechen.

„So groß haben wir uns das Krankenhaus und die Schule nicht vorgestellt!“, sagt Christina. Schon zweimal haben die Rosenkränze Vorträge über Diospi Suyana gehört. Aber was ist eine Powerpoint-Präsentation im Vergleich zu einer Ortsbegehung als Augenzeuge?

Gegen 16 Uhr treffen sie vor dem Medienzentrum auf Ingenieur Udo Klemenz und Dr. Klaus John. „Wir wussten vor 15 Jahren natürlich nicht, dass sich einmal alles so entwickeln würde“, sagen die Haudegen der ersten Stunde. „Aber Gott hat es so gemacht, wie er es gemacht hat!“

Natürlich von Diospi Suyana

Dr. Benjamin Zeier ist geistesgegenwärtig, auch an einem Samstagmorgen. Das kann man von einem Notfallmediziner, Urologen und angehenden Missionsarzt bei Diospi Suyana auch erwarten. Bei einer Fortbildungsveranstaltung der NAW-Berlin zum Thema „Intensivtransport“ zeigte die erste Folie die Ankunft einer Indianerin am Haupteingang unseres Missionsspitals. Intensivtransport auf dem Pferd. Einfach aber wirkungsvoll. Im Bruchteil einer Sekunde hat Dr. Zeier das Bild mit seinem Handy festgehalten.

Wir freuen uns sehr, dass die Fotos von Diospi Suyana um die Welt gehen.

Das Originalbild vom 11. Dezember 2007

Offene Ohren bei der Führungsriege einer Elite-Universität

Eine Stunde dauerte die Unterredung zwischen dem Rektor der Universität Cayetano Dr. Luis Varela und Dr. Klaus John. Bei dem hochkarätigen Treffen waren außerdem der Vize-Dekan der medizinischen Fakultät sowie der Vize-Rektor der Forschungsabteilung zugegen. Nach einem Vortrag des Missionsarztes drehte sich das Gespräch um eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Hospital Diospi Suyana.

Schon über 50 Assistenzärzte von Cayetano haben am Missionsspital gearbeitet. Außerdem erhielten bisher acht Missionsärzte ihre berufliche Anerkennung durch die Universität in Lima.

Wir freuen uns sehr über diese hervorragende Kooperation zwischen beiden Institutionen, die Dr. Jens Haßfeld in den letzten Jahren mit großem Engagement gefördert hat. Die Universidad Peruana Cayetano Heredia zählt zu den besten Universitäten Latein-Amerikas wie jüngste Rankings erneut bestätigt haben.

Legende: (V.r.n.l.) Rektor Dr. Luis F. Varela Pinedo, Dr. Klaus John, Dr. Alejandro Bussalleu Rivera und Dr. José Caballero)

Der Istzustand am 2. Advent

Liebe Diospi Suyana Freunde, wir erfreuen uns nun schon seit über einer Woche an einer regenfreien Periode mit wunderschönem Sommerwetter und Temperaturen von 25° C. und mehr in der Mittagszeit. Für europäische Verhältnisse keine passende Witterung für die Adventszeit.

Oebele’s Baukran hat seine Dienste getan, ist wieder abgebaut und für eventuell sich ergebende weitere Einsatzmöglichkeiten eingelagert.

Unser Hauptaugenmerk liegt liegt jetzt auf der Zugangstreppe und den Estricharbeiten. Die Stemmarbeiten für das Treppenloch sind abgeschlossen. Die Stahlrohrstütze zur Abfangung des bestehenden Betonunterzuges, sowie der Stahlträger parallel zur Treppe als Abfangung der Stahlbetondecke sind montiert. Der neu zu betonierende Unterzug ist bewehrt und wird wie der Treppenlauf momentan eingeschalt. Die Arbeiten sind bei den beengten Platzverhältnissen etwas schwierig durchzuführen.

Die Größe der Estrichfelder haben wir entsprechend den späteren Leichtbauwänden für die einzelnen Büroräume gewählt.

An den OP-Sälen gehen die Mauerarbeiten nur mit Unterbrechungen weiter, da für die Herstellung des Estrichs und den Transport mit Schubkarren über die Rampe nach oben alle Leute für einige Stunden gebraucht werden.

Die Arbeiten an den Traufkästen und die Montage der Dachrinnen ist wegen der Höhe, den ständigen Gerüstumstellungen und der gekrümmten Fassadenform recht mühsam und geht entsprechend langsam voran.

Insgesamt sind wir mit dem erreichten Baufortschritt aber zufrieden. Liebe Grüße und ein gesegnetes 2. Adventswochenende wünscht, Udo

Der Bauaufzug ist abgebaut.

Abtransport des Krans

Das ausgestemmte Treppenloch. Daneben der einzubauende Stahlträger

Der Stahlträger zur Abfangung der Treppe ist eingebaut.

Der neue Unterzug ist bewehrt. In Hintergrund geht die Estrichverlegung voran.

Die Felder für den Estricheinbau werden vorbereitet.

Die Außenmauern der OP-Säle sind fertig.

Die Malerarbeiten an der Nord-Ostfassade

In der Schatzkammer unserer Bildungsanstalt

In Gegenwart vieler Schüler und Lehrer übergab Direktor Christian Bigalke (vorne links) gestern die Schulbibliothek ihrer Bestimmung. In seiner Ansprache erinnerte er an die erste Bibliothek Perus, die 1568 von den Jesuiten gegründet wurde. Sie war Teil des „Colegios Máximo de San Pablo in Lima. 1584 etablierte der Italiener Antonio Ricardo eine Druckerei, deren erstes Buch kurz darauf auf dem Markt erschien. Der Titel lautete: „Christliche Lehre und Katechismus zur Unterweisung der Indios und anderer Personen….!“

Die Schulbibliothek erhielt großzügige Spenden von der peruanischen Firma Aruntani, der katholischen Mauritiusschule Frechen aus Deutschland und dem Klett-Verlag. Die Ausstattung besteht derzeit aus 3.582 Bänden sowie einer Sammlung von didaktischen Materialien.

Lehrer Jonathan Rosenkranz (vorne rechts) wird die Organisation der Bibliothek überwachen. Christian Oswald programmierte dankenswerterweise ein Software-Paket für den Buchverleih.

Wir hoffen, dass die Schüler diese ausgewählte Kollektion an Titeln als Schatzkammer der Diospi-Suyana-Schule begreifen. Und wir wünschen allen Leseratten viel Spaß beim Lesen.

Schülerinnen in der Bibliothek

Unser Weihnachtsbrief ist eine echte Herausforderung

Der diesjährige Infobrief zum Fest schreibt auf seine Art Geschichte. Der Druck wurde wieder von der Klaus Koch GmbH gesponsert. Die Hermann Flörke GmbH aus Obertshausen spendete über 10.000 Brieföffner, die als kleine Aufmerksamkeit beiliegen. 15 Freiwillige halfen beim Verschicken und der Inhalt der Kommunikation ist vom Feinsten. So weit so gut.

Leider ist der Brief – wie sich heute herausstellte – nicht automationsfähig. Es könnte also sein, dass viele Umschläge aufreißen. Beim Tüten am Dienstag steckten drei Freiwillige geschlagene fünf Stunden im Stau und konnten gar nicht oder nur bedingt zum Einsatz kommen. Und wegen eines Softwareproblems war es nicht möglich den Premium-Adresscode auf den Umschlag zu drucken.

Vermutlich wird Infobrief Nr. 73 eine Menge Gutes bewirken. Es ist nämlich eine uralte Erfahrung, dass bei großen Widerständen das Ergebnis oft um so erstaunlicher ausfällt. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

An dieser Stelle sei noch eine kleine Anekdote erwähnt. Seit 1997 haben meine Frau und ich genau 135 Infobriefe über den Werdegang unserer Missionarsfamilie und die Entwicklung von Diospi Suyana getextet. Der erste Brief aus der neuen Welt trug das Datum Oktober 1998. Wir hatten mit einem Drucker, dessen Lautstärke einem Sägewerk alle Ehre gemacht hätte, rund 500 Briefe in Quito gedruckt. Die Rückmeldungen aus Europa einige Wochen später sollten uns zunächst schocken. Die ecuadorianische Post hatte offensichtlich unseren Postsack irgendwo im Regen stehen lassen. Unsere Briefe waren daher mit Wasserflecken ziemlich verunstaltet. Doch bald haben wir über dieses Malheur geschmunzelt.

Es war, als ob David Livingston aus dem tiefsten Urwald ein Lebenszeichen verschickt hätte. Und das historische Dokument wäre durch Schweiß, Blut und tropische Regengüsse geadelt worden. Das Echo damals hat uns überwältigt. Und wahrscheinlich wird das mit unserem aktuellen Diospi-Suyana-Brief wieder so sein.

Ein herzliches Dankeschön an alle Sympathisanten und Freunde um Karin Straßheim und Vera Schilp. Ihr großartiger Einsatz in dieser Woche bleibt nicht umsonst./KDJ

Der beste Rundbrief unseres Lebens. Oktober 1998. Viele unserer Freunde haben den Brief bis heute aufgehoben.

Und Gladys Illescas muss eine Party organisieren

Für uns Ärzte ein unglaublicher Vorgang. Der junge Patient, der vor einigen Tagen über mehrere Minuten einen akuten Sauerstoffmangel durchmachte, ist wieder ansprechbar. Gegen 11 Uhr am Vormittag begrüßte er Dr. Martina John mit den Worten: „Gracias“ (Vielen Dank). Die ausgedehnten Krämpfe während der ersten Nacht hatten eigentlich einen irreversiblen Hirnschaden nahegelegt.

Am Samstag kniete Gladys Illescas an seinem Bett nieder und bat Gott um nichts anderes als ein Wunder. „Gott, wenn dieser Junge auf eigenen Beinen das Krankenhaus verlässt, dann werde ich seine nächste Geburtstagsfeier ausrichten!“ Nun ist Gladys in der Pflicht. Nach dieser unerwarteten Wende wollen bestimmt viele Leute mitfeiern.

Wir hoffen, dass sich keine negativen Langzeitfolgen bei seinen kognitiven Fähigkeiten zeigen.

Wann sehen wir uns wieder?

Die meisten dieser Jugendlichen auf dem obigen Bild hörten vor zwei Jahren zum ersten Mal von Diospi Suyana. Das war in einer Kirchengemeinde in Lima. In der vergangenen Woche reisten sie 1000 km in den Süden nach Curahuasi. Ihre Motive waren zweifach. Zum einen wollten sie beim diesjährigen Kinderfest das Programm gestalten, zum anderen hofften sie, Diospi Suyana mit eigenen Augen zu sehen.

Gestern trafen sich alle am Haupteingang des Spitals zum Abschiedsfoto. Als kleine Aufmerksamkeit erhielt jeder einen dreisprachigen Bildband über die Anfänge unserer Mission. Diospi Suyana steht auf dem Buch. Wir vertrauen auf Gott.

Solange es Menschen gibt, wird vor langen Reisen Abschied gefeiert. Und jedesmal taucht die Frage auf, wann man sich wiedersehen wird. Das deutsche Volkslied meint die Antwort zu kennen: „Wo wir uns finden, wohl unter Linden zur Abendzeit!“ Ob, das so sein wird, wissen wir nicht. Aber eines ist sicher. Egal wann und wo, Christen treffen sich stets unter dem Zeichen des Kreuzes, an dem Jesus starb. Und sie freuen sich gemeinsam über die Auferstehung Christi, symbolisiert durch die aufgehende Sonne. /KDJ

Dank Werbung im eigenen Radiokanal

Niemand weiß, wie viele Kinderfeste im Laufe der Jahre schon im Amphitheater von Diospi Suyana gefeiert worden sind. Aber eines ist sicher, so viele Kinder wie gestern, nahmen noch nie an der Party teil. In den vergangenen Tagen hatte das Diospi-Suyana-Radio kräftig zum Event eingeladen.

Trotz Regenzeit erfreute sich Curahuasi gestern eines Bilderbuchwetters mit einem atemberaubenden Blick zu den Schneebergen. Das Programm wurde von 24 Freiwilligen der Misión Iglesia Bíblica Carismática gestaltet. Das Thema lautete: „Wir feiern unseren Schöpfer“.

Musik und Sketche wechselten sich ab. Der rote Faden im Programm war unser Dank Gott, dem Schöpfer gegenüber. Unser TV-Team sorgte für eine Live-Übertragung auf Facebook.

Natürlich erhielten die Kinder am Ende eine Weihnachtstüte. Mit 1.000 Kindern hatten die Organisatoren gerechnet. 1.300 Geschenke wurden verteilt, aber es reichte leider nicht für alle. Mit den Erwachsenen saßen rund 2.000 Menschen auf den Rängen.

Wir danken Gladys Illescas, die unsere 12 Kinderclubs koordiniert, und allen freiwilligen Mitarbeitern aus Lima und Curahuasi ganz herzlich für diesen schönen Nachmittag. Die Misión Iglesia Bíblica Carismática unterstützt die Arbeit von Diospi Suyana schon seit zwei Jahren. Unter anderem bezahlt die Kirchengemeinde aus Lima das Gehalt einer unserer Ärztinnen.

Freiwillige packen Geschenktüten. Gladys Illescas de Hurtado (2. v. r.) leitet die Diospi-Suyana-Kinderclubs.

FSJ’ler blasen Luftballons auf.

Die ersten Kinder warten ungeduldig am Eingang.

Trotz der heißen Sonne sitzen alle schön im Schatten.

Die Technik hatte den Sound voll im Griff.

In der Ferne leuchteten die Schneeberge.

Das Programm beginnt.

Zwei junge Zuschauer erhalten Geschenke.


Bange Stunden auf der Intensivstation

Es war ein langer Tag. Zwölf Stunden im Spital. Endlich zu Hause. Müde stellen wir um 19:30 Uhr unsere Taschen auf den Boden. Meine Frau Tina kämpft mit ihrer Erkältung. Sieben Tage nach Deutschland hin- und zurück mit Jetlag und chronischem Schlafmangel waren einfach zuviel. „Musst Du heute abend noch etwas Dringendes erledigen?“, frage ich sie beiläufig. „Nein, eigentlich nicht!“ Während ich im Schlafzimmer ein Sudoku löse, schneidet sie in der Küche Äpfel.

In der Ferne höre ich die Sirene eines Krankenwagens. Ganz leise.

Drei Minuten später reißt unten jemand die Garagentür auf. Ein Motor springt an. „Ich komme mit!“, rufe ich in den Hof. Doch zu spät. Meine Frau ist schon längst um die Straßenecke gebogen. Langsam schließe ich das Tor. Was ist hier los?

Auf der Straße finde ich endlich ein Motortaxi, das mich zum Spital bringt.

Martina steht mit Dra. Ana und einigen Krankenschwestern in der Röntgenabteilung. Ein 13-jähriger ist beim Spielen kopfüber in ein Erdloch gestürzt. Der Sand begrub sein Gesicht. Bis ein Nachbar ihn herauszog verging viel Zeit. Zu viel. Vielleicht sogar eine halbe Stunde. Nach zehn Minuten sterben die ersten Zellen im Gehirn ab.

Sein zentrales Nervensystem ist durch den langen Sauerstoffmangel massiv geschädigt. Die verletzten Zellen geben unkoordinierte Salven ab und führen zu gewaltsamen Krampfanfällen des Jungen. Alle Mitarbeiter am Bett packen zu und halten ihn fest. Über die Infusion laufen starke Anti-Krampfmittel in die Vene.

Ein Computertomogramm des Kopfes und dann ein Röntgenbild der Lunge. Schließlich im Bett auf der Intensivstation. Um 21 Uhr hole ich die Anästhesistin Dra. Leslie vor ihrer Haustür ab. Wir brauchen Verstärkung. Es gibt Arbeit, obwohl niemand weiß, welcher Teil der Gehirnfunktion überhaupt noch zu retten ist.

Sorgenvolle Gesichter am Intensivbett. Ein Versuch den Eltern den Sachverhalt zu erklären. „Wir wissen nicht, ob ihr Sohn jemals wieder aufwachen wird!“ Magensonde, Urinkatheter und arterieller Zugang. Der Junge muss intubiert werden. Er hängt an Schläuchen und Kabeln. Antibiotika für die Lunge. Medikamente gegen eine Hirnschwellung. Drama und Trauer. Warum hat Gott das zugelassen?

Um 23 Uhr verlassen wir drei das Missionsspital. Gleich ins Bett. Um 1 Uhr in der Nacht werden uns die nächten Blutergebnisse telefonisch mitgeteilt. /KDJ

Auf der Intensivstation

Dr. Martina John und Krankenschwester Elizabeth am Intensivbett. Die meisten Einwohner von Curahuasi liegen längst in ihren Betten.

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