Augustinus von Hippo hätte es nicht besser beschreiben können

In einem aktuellen Interview äußerte sich der Batman-Schauspieler Ben Affleck über seine Alkoholsucht. Er beschreibt darin ein Phänomen, das schon der Kirchenvater Augustinus vor 1600 Jahren thematisierte.

Doch zunächst Ben Affleck: „Menschen mit zwanghaften Verhalten, und dazu zähle ich, haben so eine Art konstantes Unwohlsein, das sie versuchen, loszuwerden.“ Alle Versuche, dieses Gefühl des eigenen Unwohlseins etwa mit Spielsucht, Sex, Essen oder Trinken zu verdrängen, seien jedoch zum Scheitern verurteilt, sagt er. Am Ende ginge es einem selbst schlechter und ein endloser Kreislauf beginne, aus dem man nicht mehr entfliehen könne. (Zitat aus FAZ)

Augustinus: „Du hast uns zu dir hin erschaffen, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet, o Gott, in dir!“ (Bischof aus Nordafrika 354 – 430) – Bild oben holyart

An der Diospi-Suyana-Schule wird das neue Schuljahr geplant

In Peru dauern die Sommerferien ganze zehn Wochen. Nach ihrem wohlverdienten Urlaub sind die Lehrer Anfang Februar zurückgekehrt und arbeiten auf vielfältige Weise.

Im Ferienprogramm werden 50 Schülerinnen und Schüler betreut. Sie machen Musik, singen, kochen, basteln, treiben Sport und führen Experimente durch. Den Großteil dieser Förderung stemmen unsere vier Freiwilligen, die von sieben Lehrern unterstützt werden.

Im Lehrerzimmer feilen die Fachgruppen am Curriculum. Peruanische und deutsche Lehrkräfte bemühen sich gemeinsam den bestmöglichen Unterricht vorzubereiten.

Im Sekretariat ist Guisela Conde damit beschäftigt, neue Schülerinnen und Schüler aufzunehmen  (siehe oben). Wir rechnen mit einer Schülerschaft von über 400 Kindern. Am 2. März wird die Schule wieder den Betrieb aufnehmen. Die benötigten Lehrer sind da. Noch ist Platz für weitere Schüler. Beten Sie mit.

Frühstückspause beim Ferienprogramm

Lehrer im Planungsgespräch. (V.l.n.r.): Biologielehrer Edgar Quispe, Chemielehrer Mattias Rehder und Edgar Quispe sowie die Religionslehrer Wilson Lipa und Sonja Kessler

Ein Ziergarten im Taxi

Wie so oft bin ich in Lima unterwegs. Im Auftrag von Diospi Suyana nehme ich Termine wahr und lerne dazwischen interessante Menschen kennen. Das Taxi teile ich mit Löwen und Tigern, die sich vorne auf dem Armaturenbrett so wohl fühlen wie im afrikanischen Urwald. In einigen Vertiefungen hat der kreative Fahrzeughalter richtige Muttererde untergebracht, damit die Blümchen blühen können. Ich bin schwer beeindruckt.

Auch in den Kurven bewegt sich nichts von der Stelle. Die Pflanzen und Kakteen haben tiefe Wurzeln geschlagen. Ich allerdings nicht. Ich bezahle das Fahrgeld und steige aus. Die nächste Aufgabe wartet schon. /KDJ

Alle Mann an die Feuerlöscher

Jenny Frank hat der letzten Feuerschutzübung persönlich beigewohnt. Sie schreibt: SICHERHEIT wird bei uns groß geschrieben!

Wenn es ein halbes Jahr nicht regnet, kann durchaus ein Feuer entstehen. Also bitte die ganze Mannschaft versammeln und die alten Feuerlöscher auspacken. Dann entzünden wir ein kontrolliertes Feuer. Unter kompetenter Anleitung lernen wir die Basics: Was begünstigt ein Feuer? Was erstickt ein Feuer? Wann ist es definitiv an der Zeit die Feuerwehr zu rufen?

Das alles und vieles mehr wurde auf dem Krankenhausgelände demonstriert. Für keinen gab es eine Ausrede. Am Ende durfte jeder die Feuerlöscher ausprobieren. Und das hat nicht nur den Männern mächtig Spaß gemacht.

Ergebnis: Das Feuer wurde erfolgreich gelöscht.

Links: Potentielle Mitarbeiter der Freiwilligen Feuerwehr von Diospi Suyana

So macht man es richtig.

Wo Rauch ist, da ist auch ein Feuer.

Vier Ärzte waren an diesem Projekt beteiligt

Der freundliche Mann im Innenhof des Spitals kommt aus dem Bundesstaat Cusco. So kann man es auch auf seiner Mütze lesen. Mit seiner Frau redet er natürlich Quechua, die Sprache der alten Inkas. Dr. David Brady hat ihn operiert und der Patient ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Foto knipste unsere Allgemeinchirurgin Dr. Olga Koop. Aber es war eine Kinderärztin, die den Web-Administrator auf das Bild aufmerksam machte. Der Betreuer unserer Webseite – ebenfalls ein Arzt – ließ sich dann vom Patienten die Genehmigung für die Veröffentlichung geben.

Wenn vier Mediziner an einem Strang ziehen, muss das Ergebnis fast schon zwangsläufig gut werden.

„Dort wird man ihr sagen, was sie hat!“

Doña Francisca ist 71 Jahre alt und die letzten fünf waren durch ihre ständigen Kopfschmerzen überschattet. Die Quechua-Indianerin aus der Großstadt Cusco bat einen Arzt nach dem anderen um Rat. Sie gab viel Geld aus in der Hoffnung Linderung ihrer Beschwerden zu finden. Niemand konnte ihr helfen. Da ihre Tochter in Lima wohnte, versuchte sie auch dort ihr Glück. Rechnungen hier und Ausgaben dort. Sie hörte alle möglichen Meinungen und Empfehlungen, doch ihre quälenden Schmerzen blieben.

Da wurde ihre Tochter von Bekannten angesprochen. „Bringe Deine Mutter zum Hospital Diospi Suyana, dort wird man ihr sagen, was sie hat!“

Wer verzweifelt ist, klammert sich an jeden Strohhalm und exploriert alle Möglichkeiten. Am Freitag erschien Doña Francisca in Begleitung ihrer Tochter in der Sprechstunde von Dr. Martina John.

Die Missionsärztin führte ein gründliche Untersuchung durch und ordnete dann ein CT des Kopfes sowie Röntgenaufnahmen des Brustkorbs an. Sofort waren die Diagnosen gefunden.

Die Frau litt an einer Neurozystizerkose, einer vom Schweinebandwurm ausgelösten Erkrankung. Es handelt sich um die häufigste Parasitose des menschlichen Gehirns und ist besonders in Südamerika weit verbreitet. Schuld sind die Eier des Bandwurms, die auf dem Blutweg alle möglichen menschlichen Organe befallen und Zysten sowie Verkalkungen hervorrufen (Siehe das CT oben mit dem roten Kreis im rechten Temporallappen). Ist der Kopf betroffen, dann bestehen die Symptome meist aus starken Kopfschmerzen und Krampfanfällen.

Das Röntgenbild ergab eine deutliche Verkrümmung der Brustwirbelsäule, was ebenfalls Kopfschmerzen hervorrufen kann.

Als die Missionsärztin den beiden Frauen die Befunde erläuterte, fing die Tochter an zu weinen. „Nach fünf Jahren wissen wir endlich, warum Mama ihre Kopfschmerzen hat“, und sie fuhr fort, „es ist genau so wie man mir gesagt hat, bei Diospi Suyana wird man deiner Mutter sagen, was ihr fehlt!“

Das Röntgenbild zeigt eine Skoliose der Wirbelsäule (Verkrümmung).

Wohin uns die ganze Mühe führt

Seit sechs Jahren arbeitet das Team der Diospi-Suyana-Schule an der Vermittlung christlicher Werte und einem ausgezeichneten Lehrangebot für Kinder in einem ländlichen Umfeld. Dabei gilt an unserer Schule das Prinzip des 0%-Unterrichtsausfalls. Der Unterricht hat vor Feierlichkeiten Vorrang und Disziplin wird großgeschrieben.

Zwischen den Schuljahren ist immer Zeit Bilanz zu ziehen. Die folgenden Grafiken einer nationalen Lernstandserhebung (landesweit standardisierte Prüfungen) geben einen guten Einblick über den Stand unserer Schule im Vergleich zu anderen Einrichtungen.

Die erste Grafik (siehe oben) bezieht sich auf das Leseverstehen der Schüler. Im linken Block des Diagramms erkennt man, dass zwei Drittel unserer Schüler gut abgeschnitten haben (blau/satisfactorio). Einige erreichten ein befriedigendes Ergebnis (orange/en proceso) und nur wenige fielen in die schlecht Kategorie (grau/en inicio).

Lernstandserhebungen dienen dem Zweck, die Leistungen der eigenen Schule in einen großen Vergleichsrahmen zu setzen. Der zweite Block zeigt die durchschnittlichen schulischen Leistungen unserer Provinz Abancay, dann folgt der Schnitt des Bundesstaats Apurímac und rechts im Diagramm sehen wir den nationalen Leistungsschnitt. Aus dieser Aufstellung geht deutlich hervor, dass sich die Diospi-Suyana-Schüler eine Spitzenposition erkämpft haben, was ihre Lesefähigkeiten angeht.

In der Mathematik ist das Bild noch deutlicher, denn 71% unserer Schüler erreichen die erwarteten Leistungen (blau), und es gibt keine Schüler, die hinter den Mindestanforderungen des nationalen Curriculums zurückbleiben (gelb).

An dieser Stelle möchte ich als Direktor meinen Dank an die Lehrerinnen aussprechen, die dieses Ergebnis zu verantworten haben:

In den ersten drei Schuljahren wurde diese Klasse von Damaris Brudy geführt, einer Berliner Grundschullehrerin, die sich mit dem größten Einsatz für ihre Schüler engagiert hat.

Im Jahr der Lernstandserhebung war Carmen Narrea Condori aus Cusco in beiden Fächern die Lehrerin. Sie hat auf dem Fundament ihrer Vorgängerin erfolgreich aufgebaut.

Gott ist der Geber aller guten Dinge. Er hat nicht nur die Gründung dieser Schule ermöglicht, sondern auch die fähigen Lehrerinnen berufen. Gott schenkt uns allen die Kraft für unseren Dienst, deshalb danken wir ihm für diese herausragenden Resultate.

Direktor Christian Bigalke im Gespräch mit einigen Schülerinnen.

Seit Beginn des Schulbetriebs leitet Direktor Christian Bigalke das Colegio Diospi Suyana. Die stolzen Zahlen sind nicht zuletzt auch sein persönlicher Verdienst. Summa cum laude.

Bei dünner Luft auf über 4000 m

Alles braucht seine Zeit und seinen Vorlauf. Wenn jedoch alles nach Plan gehen sollte, würde an dieser Stelle in sechs Wochen ein Antennenturm das Programm von Diospi Suyana über die Berge strahlen. Im Tal liegt Abancay, die Hauptstadt des Bundesstaates Apurimac. Wir können den Tag kaum erwarten. /KDJ

Auf diesem Areal soll unser siebter Antennenturm entstehen.

Sobald die Sonne verschwindet wird es eiskalt.

30 Minuten über Beruf und Berufung

Der Beitrag im SWR-Fernsehen über Dr. Werner und Sonja Kessler ist hervorragend. Er bezieht sich auf die Motivation des Ehepaars und die Schwierigkeiten eines Lebens in den Anden. Der Aspekt des Glaubens wird nicht ausgeblendet. Kurzweilig und informativ. Absolut sehenswert.

Film anschauen

Kaum angekommen lernt sie schon Spanisch

Die Augenoptiker-Meisterin Dorothea Töws traf am Wochenende in Peru ein. Sie möchte drei Jahre auf ehrenamtlicher Basis am Hospital Diospi Suyana mitarbeiten. Im folgenden Bericht schildert sie ihre Eindrücke von der Reise:

Es war Samstagmorgen, der 8. Februar. Am großen Tag meiner Abreise stand ich mit einer leichten Erkältung am Schalter der Airlines. Fünf Kilo Gewicht musste ich aus meinem Koffer auspacken. Doch schließlich konnte ich das Gepäck aufgeben und verabschiedete mich von meinen Begleitern.

Der Flug nach Panama verlief gut und die Zeit verging dank meiner netten Sitznachbarin ziemlich schnell. Nach einer zweieinhalbstündigen Wartezeit in Panama City flogen wir weiter in den Süden. In Lima angekommen quetschte mich die Beamtin der Einwanderungsbehörde zwar ziemlich aus, aber das Visum im Pass erhielt ich trotzdem. Also gute Nachrichten. Zudem tauchte auf dem Gepäckband gleich mein Koffer auf.

Mittlerweile war es 23 Uhr in der Nacht. Wie viele andere auch legte ich mich auf dem Boden nieder und machte ein Nickerchen. Gegen 2 Uhr stand ich wieder am Schalter, um für den Inlandsflug mein Gepäck einzuchecken. Auch hier war mein Koffer 1 Kilo zu schwer. Also packte ich kurzerhand meine Bibel in meine Handtasche. …Als ich dann endlich die Sicherheitskontrolle passiert hatte, fiel mir ein riesiger Stein vom Herzen. Ich war dankbar, dass Gott mich so gut geführt hatte.

Wir flogen Cusco und dem Sonnenaufgang entgegen. Unter mir sah ich eine weiße Wolkendecke aus der die Bergspitzen herausragten. Bei diesem faszinierenden Anblick waren die ganzen Anstrengungen der Reise bald vergessen…

Wir begrüßen Dorothea ganz herzlich und freuen uns schon auf ihre zukünftige Mitarbeit in der Optikerwerkstatt.

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