
Ein reger Austausch über Glaube und Politik
Die Zentrale des Evangelischen Kirchenrats (CONEP = Concilio Nacional Evangélico del Perú) ist in diesen Tagen ein ruhiges Fleckchen Erde im Stadtteil „Pueblo Libre“ von Lima. Die Mitarbeiter sitzen im Home Office und warten auf das Ende der Pandemie. Gestern empfing der Präsident des Rats Pastor Oscar Suarez (links im Bild) Missionsarzt Dr. John zu einem fast zweistündigen Meinungsaustausch. Beide stimmten überein, dass trotz der unsicheren politischen Zeiten Gott die Geschicke in seinen Händen halte.

Wie üblich gab der Deutsch-Peruaner eine PowerPoint-Präsentation über die Vision von Diospi Suyana. Der Präsident nannte Diospi Suyana das wohl eindrücklichste Beispiel für Gottes Handeln in Südperu. Pastor Suarez hofft, nach dem Abklingen der Gesundheitskrise Diospi Suyana in Curahuasi zu besuchen.
Gut 15 % der Peruaner gehören evangelischen Gemeinden an. In absoluten Zahlen gehen aber mehr evangelische Christen in ihre Gottesdienste als Katholiken in die Messe. Im Laufe der Jahre hat sich das Verhältnis der großen Konfessionen immer mehr verbessert. Diospi Suyana ist Mitglied des evangelischen Kirchenrats. Die 270 Mitarbeiter bei Diospi Suyana gehören in etwa je zur Hälfte zu beiden Seiten des kirchlichen Spektrums. Die Missionare aus dem Ausland sind überwiegend Protestanten.
Diospi Suyana bekennt sich zur Einheit der Christen und steht auf der Grundlage des Kreuzes Christi und des leeren Grabs. Wir reichen denen die Hände, die Jesus Christus ihren Herrn nennen. Aber allen Menschen – völlig unabhängig von ihrer Weltanschauung – wollen wir in Liebe begegnen. Obwohl wir uns kein säkulares oder panreligiöses Mäntelchen umhängen, haben im Laufe der Jahre Tausende von Atheisten, Agnostikern, Juden, Muslimen und Buddhisten unsere Arbeit unterstützt.

Wir haben den größten Respekt vor den religiösen Überzeugungen anderer. Wir glauben jedoch, dass Jesus Christus recht hatte, als er sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“ In seinem jüngsten Buch „Auf dem Wasser laufen“, schreibt Dr. Klaus John auch im Namen seiner Frau Martina die folgenden Zeilen:
„Fromme Sprüche, Religion als Kulturgut und theologische Spitzfindigkeiten entlocken uns nur ein tiefes Gähnen – aber ob der Glaube wirklich trägt, interessiert uns brennend. Die Ereignisse bei Diospi Suyana bestätigen immer wieder, dass wir tatsächlich auf dem Wasser laufen. Und wir stecken voller Sehnsucht, einmal den zu sehen – von Angesicht zu Angesicht –, der uns aus dem Boot gerufen hat!“










