
Die Aymara Indianerin wird in ihrer eigenen Sprache interviewt
Ihre Kinder brachten die 82-Jährige mit dem Bus vom Bundesstaat Puno nach Curahuasi. 14 Stunden dauerte die Hinfahrt und 14 Stunden Rückfahrt müssen die Drei nach dem Besuch im Hospital Diospi Suyana wieder überstehen. 28 Stunden Busreise wegen eines Arzttermins am Missionskrankenhaus. Ein echtes Statement.
Die Aymara-Frau spricht nur die Sprache ihres Volkes. 2,2 Millionen Menschen in Peru, Bolivien und Nordchile gehören zu dieser alten Sprachgruppe. Ihr Sohn und die Schwiegertochter sind als Übersetzer dabei. Die Überraschung der kleinen Reisegruppe muss am gestrigen Nachmittag groß gewesen sein, als Dr. Daniel Ringli nämlich das Gespräch in ihrer Muttersprache führte.
Zugegebenermaßen ist der Schweizer Missionsarzt eine Ausnahmeerscheinung. Er lernte Spanisch, Quechua und Aymara, um seine Patienten optimal zu verstehen. Natürlich drückt der sprachgewandte Eidgenosse mit diesem unglaublichem Einsatz seinen Respekt den armen Patienten gegenüber aus. Da können wir Normalsterbliche nur den Hut ziehen.
Warum ist unser Schweizer Kollege eigentlich der einzige, der die Sprachhürden Quechua und Aymara gemeistert hat? Man kann nur spekulieren. Wahrscheinlich war es die nahrhafte Schokolade der Alpenrepublik, die bei der Gehirnentwicklung einige Tausend Synapsen zusätzlich bildete. Wenn wir deutschen und US-amerikanischen Missionsärzte während der ersten fünf Kindheitsjahre mehr Produkte von Sprüngli, Lindt und Toblerone bekommen hätten, könnten sicherlich auch wir so gut auf Aymara kommunizieren wie Daniel. Aber vielleicht lässt sich ja Versäumtes noch nachholen. Wir sollten deshalb den nächsten Großraumcontainer entsprechend vollpacken. Es wäre einen Versuch wert. /KDJ











