Curahuasi – ein Meer von Fahnen

Das ganze heißt: Wahlkampf

Die Fähnchen flattern im Wind. Es gibt wohl keinen Straßenzug in Curahuasi ohne diese Beflaggung. Die Farben lassen sich politischen Gruppierungen zuordnen. Und besonders wichtig ist das Symbol. Hund, Haus, Helm, Spaten. Die Wähler der Kommunalwahlen am 4. Oktober werden dann die entsprechenden Zeichen auf dem langen Stimmzettel wiederfinden. Auch Analfabeten behalten auf diese Weise die Übersicht.

Ein Hausbesitzer, der eine oder mehrere Fahnen hisst, erhält dafür als Anerkennung einen Korb mit Lebensmitteln. Noch deutlich attraktiver ist das Angebot einer Arbeitsstelle in der lokalen Verwaltung. Vorausgesetzt der Kandidat gewinnt.

Parteien bilden sich recht spontan um einen charismatischen Politiker. Sie kommen und gehen. Meist eint die Gruppe nicht die Überzeugung für ein Progamm, sondern die Hoffnung auf persönliche Vorteile nach der Wahl. Die Zweckbündnisse überdauern selten eine Wahlperiode. Listeplätze werden im Hinterzimmer ausgehandelt. Am Wahlabend zeigt sich, ob man auf das richtige Pferd gesetzt hat. Unter dem Strich halte ich Proviantpakete für eine Fahnenstange für ein faires Arrangement. /KDJ

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