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Radio Diospi Suyana

Qori Sauñe

Quori Saune

Die Terroristen haben meinen Vater ermordet

11. Januar 2011 – Montagmorgen, im Auditorium sitzen 160 Zuhörer, Patienten und Mitarbeiter. Die junge Medizinstudentin steht am Podium und als sie die Geschichte ihrer Familie erzählt, sind alle gepackt. Sie berichtet vom Lebenswerk ihres Vaters Romulo Sauñe.

Ihr Vater Romulo lebte in einem armen indianischen Bergdorf im Bundesstaat Ayacucho. Als Teenager wurde er überzeugter Christ und wollte die Botschaft von Christus für alle Quechuas zugänglich machen. Sein Traum wurde Wirklichkeit als er gemeinsam mit einem Übersetzungsinstitut die gesamte Bibel in die Sprache seines Volkes übersetzte.

In jenen Jahren tobte in den peruanischen Bergen ein erbitterter Kampf zwischen der Terrorgruppe „Der leuchtende Pfad“ und den Regierungstruppen. Romulo rief zur Versöhnung auf und wandte sich gegen jegliche Gewalt. Damit war er den Terroristen natürlich ein Dorn im Auge. Am 5. September 1992 ging er den Guerrillas an einer Straßensperre in die Falle.

Er begann sofort dem Terrorkommando von der Liebe Gottes zu predigen. Doch einige Augenblicke später eröffnete der Chef der Terroristen das Feuer. Als er im  Kugelhagel verblutete, lauteten Romulos letzte Worte: „Gott liebt Euch. Jesus liebt Euch“

Der Tod von Pastor Sauñe trug wesentlich zur Einigung der peruanischen Kirchen bei. Fast zwei Jahrzehnte sind seid diesem blutigen Verbrechen vergangen, aber die Bibel, die Romulo in mühsamer Kleinarbeit übersetzte, ist mittlerweile in den peruanischen Bergen zu einem Bestseller geworden.

Qori Sauñe erzählt sachlich und ohne auf die Tränendrüse zu drücken und doch reibt sich so Mancher verstohlen die Augen. Sie selbst möchte ihr Medizinstudium abschließen und möglichst bald den Quechuas als Ärztin helfen.

So ein Glaube ist mehr als Kulturgut und mehr als ein beschauliches Kirchenfest. Jesus sagte einmal: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!“

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