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Radio Diospi Suyana

Zwei Gesundheitsdirektorinnen erkennen das Geheimnis von Diospi Suyana

In einem Gemälde

Im Sekundentakt wechseln die Bilder auf der Leinwand. Die beiden Beamtinnen der Gesundheitsbehörde sitzen gepackt auf ihren Stühlen und erleben die Entwicklung von Diospi Suyana. Von sechs Anisfeldern 2005 zu einem modernen Krankenhaus in 2021. Ohne Zweifel eine Erfolgsgeschichte unserer Zeit. Gegen Ende des Vortrags rede ich auch von unseren ständigen Schwierigkeiten mit Neidern und Bürokraten.

Dann stehen die Damen auf und wollen sich die Blutbank des Missionsspitals genauer anschauen, denn deshalb sind sie früh am Morgen in der Regionalhauptstadt Abancay aufgebrochen. Ich geleite sie gerade zur Tür, da fällt mein Blick auf ein ungerahmtes Gemälde links neben dem Schrank und schon halte ich es in der Hand.

“Dieses Bild stammt von einem deutschen Pastor, der es mir vor Jahren geschenkt hat”,  sage ich bewusst langsam, “es bezieht sich auf einen Vers des Propheten Jesaja, der schon in der Antike unsere Situation treffend beschrieben hat. Der Mann am Boden bin ich selbst!”

In Jesaja 40,31 steht nämlich geschrieben: “Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden!” (Lutherbibel)

Und zu den Direktorinnen der Gesundheitsbehörde bemerke ich abschließend: “Wir sind bei Diospi Suyana oft erschöpft und fühlen uns von den Krisen überwältigt. Aber Gott gibt uns immer wieder neu die Kraft nicht aufzugeben!” – Die beiden Peruanerinnen nicken und wirken nachdenklich. Die Botschaft haben sie verstanden.

Um die Mittagszeit verließen sie gestern unserer Krankenhaus. Mit der Blutbank waren sie – wie ich hörte – ganz zufrieden./KDJ

Am 21. 10.2018 – Bruno Spießwinkel schenkt mir eines seiner Gemälde. Er starb am 1. Januar 2021 im Alter von 94 Jahren. Unser Treffen an jenem Oktobertag war unsere letzte Begegnung auf dieser Erde.