
Warum?
Der Journalist Gernardo Nuñez geht durch ein Patientenzimmer nach dem anderen. Ich begleite den Medienmann, der nicht nur für die Presse Berichte schreibt, sondern auch für einen TV-Kanal in Lima Beiträge vorbereitet.
„Warum sind sie hier?“ – Die Männer und Frauen in ihren Betten geben Antworten, die sich fast alle ziemlich ähneln. „Wir haben Vertrauen in dieses Krankenhaus!“ In den Gesprächen wird deutlich, dass die Patienten von weither angereist sind. Innerhalb weniger Minuten hören wir die Namen von sechs Bundesstaaten.
Nun schreiten wir durch den Wartesaal und betreten ein Arztzimmer. Der Patient auf dem Stuhl wohnt in der Stadt Cusco und hat schon mehrere Spitäler des Staates abgeklappert. Aber seine Leidensgeschichte ging stets weiter. „In diesem Missionsspital wird man mir helfen!“, sagt der Mann dem Journalisten, „dessen bin ich mir sicher!“
Der Besuch des Pressevertreters hat aber noch einen ganz anderen Hintergrund. In vielen Kliniken des Staates sagt man den Hilfesuchenden: „Kommen Sie in sechs Monaten wieder, jetzt während der Pandemie können wir nichts für Sie tun!“
Leider ist diese Aussage nur ein Vorwand. Die Ärzte sind durchaus fleißig. Zwar nicht in den Einrichtungen des Staates, aber in den Privatkliniken schon. Dort rollt der Rubel oder genauer ausgedrückt der Dollar. /KDJ










