Wer führt hier Regie?

Juni 2006 – Das Kulturinstitut des Bundesstaates Apurímac ordnet einen Baustopp an und droht Diospi Suyana mit einer Strafe von 700.000 USD. Angeblich fehle für die Konstruktion des Spitals eine zwingend notwendige Lizenz des Institutes. Mir stehen alle Haare zu Berge. Da meine Frau und ich nicht so recht wissen, was wir tun können, suchen wir Zuflucht im Gebet.

Zwei Wochen später – niemand hat es für möglich gehalten – haben wir eine Audienz bei der Gattin des einige Tage zuvor neu gewählten peruanischen Staatspräsidenten. Die First Lady Perus ist durch den Vortrag tief bewegt und übernimmt die Patenschaft des Missionsspitals.

Daraufhin gibt das Kulturinstitut seinen Versuch auf, Geld aus uns herauszupressen.

April 2008 – Nach einem achtmonatigen Gerangel mit der Universität Villarreal entscheidet eine Kommission gegen den Antrag auf Anerkennung unserer deutschen Ärztetitel. Trotz Hilfestellung des Gesundheitsministers und Vice-Ministers wendet sich die Universität gegen uns und damit auch gegen ein Krankenhaus, das Tausenden von Berglandindianern geholfen hat und noch helfen wird. Gebetet haben wir während dieser Phase natürlich wie die Weltmeister. Alles umsonst?

Nur vier Tage nachdem das offizielle Schreiben der Universität Villarreal in Curahuasi eintrifft, lädt uns der Staatspräsident zu einer offiziellen Audienz in den Regierungspalast ein.

Überraschenderweise ist sogar die First Lady, Pilar Nores de García, zugegen. Als der Staatspräsident von unseren Lizenzproblemen hört, erklärt er dieses Thema zur Chefsache. Er selbst will sich zu unseren Gunsten einsetzen.

Interpretation:

Der Name des Hospitals „Diospi Suyana“ bedeutet: Wir vertrauen auf Gott. Schon während der Planungsphase vor sechs Jahren haben wir betont, dass nur mit Gottes Segen so ein Projekt gelingen kann. Eine Kette von wundersamen Umständen, die schon viele Grübelfalten in Gesichtern von Atheisten gezeichnet haben, verwandelte unseren Traum in eine Realität.

In dem alten Buch (Bibel) steht im 23. Psalm: „Gott führt mich auf der rechten Straße um seines Namens willen!“ Wenn wir im Auftrag des Höchsten Projekte angehen um Gott zu ehren und unseren Mitmenschen zu dienen, können wir fest mit Gottes Treue rechnen.

Da seine Ehre und sein Ruf auf dem Spiel stehen, greift er ein – manchmal fast unbemerkt und leise – mitunter durch einen faszinierenden Paukenschlag.

Die Angst und die Sorgen bleiben uns dabei nicht erspart. Im Psalm 23 ist auch von einem dunklen Tal die Rede. Wir können es durchschreiten, weil Gott neben uns hergeht. Ich werde manchmal gefragt, was der Glaube bei Diospi Suyana denn nun wirklich bedeute. Meine Antwort: Alles!

So sieht meine Interpretation der jüngsten Ereignisse der Diospi Suyana-Geschichte aus.

Vielleicht haben sie eine andere, aber ich meine ohne den direkten Bezug zu Gott bleibt Diospi Suyana ein unerklärliches Phänomen. KDJ