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Radio Diospi Suyana

Warum sind medizinische Dorfeinsätze so wichtig?

Ein Geben und Nehmen

Über den Wert von medizinischen Dorfbesuchen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Ärzte und Krankenschwestern müssen sich auf ihre sechs Sinne verlassen. Das Stethoskop kommt zum Einsatz und das mobile Ultraschallgerät auch. Aber es fehlen Labor, Röntgen, Computertomographie und Endoskopie. Als Sofortbehandlung dienen die Tabletten und Zäpfchen in den mitgebrachten Kisten. Außerdem einige Pflaster und natürlich die guten Ratschläge. Ist eine mobile Zahnarztausrüstung vorhanden, werden faule Zähne entfernt und das eine oder andere Loch verschlossen. Aber die Möglichkeiten in den behelfsmäßig eingerichteten Arzträumen sind begrenzt.

Trotz all dieser Nachteile führt Diospi Suyana Jahr für Jahr solche Kampagnen durch. Warum?

Die Dorfbewohner freuen sich immer über diese Einsätze. Sie fühlen sich wertgeschätzt und ernst genommen. Sie schöpfen Vertrauen und erwägen die lange Fahrt zum Missionsspital. Echte Pathologie wird von unseren Mitarbeitern herausgefiltert. Die betroffenen Patienten erhalten dann in naher Zukunft die definitive Versorgung im Krankenhaus.

Für unsere Missionare bietet der Aufenthalt in einem Quechua-Dorf die besondere Gelegenheit, die harte Realität der Andenbewohner kennenzulernen. Sie sehen die Not der Menschen mit eigenen Augen. Zusammenhänge werden klarer und ihr Verständnis für diese von bitterer Armut geplagten Bevölkerung wächst.

Für die Quechua-Indianer und für die freiwilligen Helfer bleiben die gemeinsamen Stunden im fernen Bergdorf in der Erinnerung haften. Und spätestens bei der Abreise stellen Ärzte und Krankenschwestern den Sinn des Besuchs nicht mehr in Frage. /KDJ

Logopädin Nelli Klassen und Ergotherapeutin Susan Rottler überprüfen bei diesem Kind mit Down-Syndrom die kognitiven Fähigkeiten.
Die Indianerin hinten (Mitte) ist gelähmt. Ihr Rollstuhl steht vorne rechts. Sie kam auf der Ladefläche zur Schule. Sie wurde wenig später von unseren Ärzten untersucht.
Dr. Martina John kniet nieder und inspiziert die Ohren des Quechua-Indianers.