Mehr als ein Zimmermann

Es gab außerdem einen Menschen, den ich mehr hasste als irgendjemand anderen auf dieser Welt: Meinen Vater. Ich hasste seine Sturköpfigkeit. Für mich war er der Alkoholiker schlechthin im Dorf. Falls Sie aus einer kleinen Ortschaft kommen und einer ihrer Eltern ist Alkoholiker, dann wissen Sie wovon ich spreche…

Meine Freunde kamen zur Schule und machten ihre Witze über meinen Vater, den sie wieder im Vollsuff mitten im Dorf gesehen hatten… Ich lachte mit ihnen, aber tief drinnen weinte ich.

Ich ging in den Stall und fand meine Mutter hinter dem Misthaufen bei den Kühen liegen. Meine Vater hatte sie brutal zusammengeschlagen. Einmal als meine Freunde mich besuchten, band ich vorher meinen Vater im Stall fest. Ich sagte, er sei außer Haus.

Als ich die Entscheidung traf, Christus nachzufolgen, kam die Liebe Gottes in mein Leben. Sie war so stark, dass sie meinen ganzen Hass überwand. Ich konnte meinem Vater in die Augen blicken und sagen: "Papa, ich liebe Dich!" Ich meinte das total aufrichtig. Nach einer Weile blieb meine Verhaltensänderung bei ihm nicht ohne Wirkung.

Kurze Zeit nachdem ich mein Studium an einer privaten Universität begonnen hatte, erlitt ich einen schweren Verkehrsunfall. Ich wurde zu Hause ins Bett gelegt und meine Halswirbelsäule musste stabilisiert werden. Ich werde niemals den Augenblick vergessen, als mein Vater ins Zimmer trat und sagte: "Junge, wie kannst Du einen Vater lieben wie mich?" Ich antwortete ihm: "Vor sechs Monaten habe ich dich noch verachtet!" Dann habe ich ihm von Jesus Christus erzählt: "Papa, ich habe es Christus gestattet in mein Leben zu treten. Ich kann es Dir nicht genau erklären, aber als Ergebnis habe ich die Kraft gefunden Dich zu lieben und anzunehmen…

Nach vielleicht 45 Minuten ereignete sich die größte emotionale Erschütterung meines Lebens. Ein Mitglied meiner Familie, mein eigener Vater, der mich so gut kannte, dass ich ihm nichts vorspielen konnte, sagte: "Junge, wenn Gott das Gleiche in meinem Leben tun kann, was er in Deinem getan hat, dann möchte ich Ihm dazu die Gelegenheit geben. In jenem Augenblick betete mein Vater mit mir und glaubte an Christus.

Normalerweise geschehen Veränderungen im Laufe von Tagen, Wochen, Monaten oder sogar Jahren. Mein eigenes Leben wurde innerhalb von sechs Monaten bis zu anderthalb Jahren verändert. Das Leben meines Vaters hingegen wurde genau in jenem Augenblick umgekrempelt. Es war als wäre jemand die Treppe hinuntergekommen und hätte gerade das Licht angezündet. Weder davor noch danach habe ich jemals wieder so eine radikale Veränderung gesehen. Seit diesem Moment hat mein Vater nur noch ein einziges Mal Whisky probiert, das heißt, er hat das Glas nur an die Lippen geführt und das war es schon.

Ich bin zu der Auffassung gelangt, dass eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus ein Leben wirklich verändern kann!" 

Anmerkung: Aus dem Buch "Mehr als ein Zimmermann", das weltweit über 10 Millionen Mal verkauft worden ist.