
Der Kontakt entstand über drei Ecken
„Das ist ein Dummer, der noch an Gott glaubt. Den dürft Ihr jetzt alle mal auslachen!“ Werner Wigger, zehn Jahre alt, musste sich vor die Klasse stellen und seine Mitschüler machten nun über ihn ihre dreckigen Witze. Dieses beschämende Schauspiel war von der Lehrerin nicht nur geduldet, sonders sogar instigiert. So sah die Religionsfreiheit in der DDR aus. Aus dem Dummen, der noch an Gott glaubt, wurde der Gründer des Deutschen Missionsärzte-Teams, das in Afrika bisher abertausenden Kranken medizinische Hilfestellung geleistet hat.
Und genau diese Geschichte wollte ich in meiner Predigt in Leidringen am 6. Januar absolut korrekt wiedergeben. Also rief ich am Vortag die Wiggers an und sprach mit seiner Frau Irmela. Sie hatte alle Details auf Lager und unser Telefonat näherte sich schnell dem Ende. „Ach übrigens“, meinte ich beiläufig, „wir suchen noch kurz- und langfristig Gynäkologen für unser Krankenhaus!“ Dr. Irmela Wigger hatte sofort zwei Namen auf Lager: „Die Dres. Schanz, Herr und Frau – beide sind Gynäkologen“.
Mit den Schanz führte ich dann zwei Gespräche. Sie selbst standen aus persönlichen Gründen nicht zur Verfügung, aber hatten am letzten Sonntag in Marburg mit einem jungen Arzt gesprochen, der Diospi Suyana sogar gut kannte. Und jener Dr. Christian Wagner erinnerte sich sofort an einen früheren Chefarzt der Gynäkologie.
Auf diesen verschlungenen Wegen landete ich am letzten Montagabend in Breitscheid bei Dr. Gilbert, Ex-Chefarzt der Gynäkologie eines großen Gießener Krankenhauses. Um es kurz zu machen. Er kommt für ein Vierteljahr nach Peru und hilft uns aus der Patsche.
Was haben eigentlich Dr. Werner Wigger, Dr. Irmela Wigger, die Dres. Schanz, Dr. Christian Wagner, Dr. Peter Gilbert und die Missionsärzte John gemeinsam? Sie sind alle „Dumme“, die noch an Gott glauben und aus dieser Kraft die Welt zum Positiven verändern.
Vor Jahren hielt ich einen Vortrag am Stadtkrankenhaus von Neubrandenburg. Mein Publikum war rein säkular. Nach meiner Präsentation meldete sich ein Mann zu Wort und sagte: „Ich war damals in der DDR für die Entwicklungshilfe mit zuständig. Als Sie von Diospi Suyana berichteten, lief es mir eiskalt den Rücken runter. Ich kann das alles überhaupt nicht einordnen!“
Es ist diese reale und doch so unerklärliche Macht Gottes, die Wunder tut und aus dem Nichts Krankenhäuser baut. Sie motiviert Menschen ihren Egoismus zu überwinden und schaffte auf geheimnisvolle Weise die richtigen Kontakte in wenigen Stunden. /KDJ











