Von einem Moment zum nächsten

 Unfall 1

Auf der Interstate in Pennsylvania

Das Tagespensum: Ein Radiointerview am Morgen, ein Treffen mit der South American Mission Association in Ambridge und 850 km auf der Autobahn. Irgendwo in Pennsylvania komme ich an dieser Stelle vorbei. Mehrere Autos sind umgestürzt, einige verkohlt. Die Rotoren des Rettungshubschraubers sind startbereit, etwa 10 Kranken- und Polizeiwagen stehen mit Blaulichtern an der Seite. Schon bin ich vorbei. Es betrifft mich nicht. Alles spielt sich auf der anderen Seite ab.

Ein Auszug aus dem zweiten Buch über Diospi Suyana (Geplanter Erscheinungstermin Herbst 2015): “Um Mitternacht trafen wir beide eine Entscheidung. Tina würde mit Florian von Cusco nach Lima und dann weiter nach Quito, Ecuador fliegen. Missionsarzt Dr. Wolff, den wir glücklicherweise spät am Abend auf seinem Handy erreicht hatten, hatte uns versichert, dass es diese Antikörper in einem Krankenhaus der Hauptstadt gäbe. In einer Nacht und Nebel Aktion schafften es Tina und Florian innerhalb von 24 Stunden die zweitausend Kilometer nach Quito hin und zurück zu fliegen. Missionsarzt Eckehart Wolff hatte die Antikörper fachmännisch mit kleinen Stichen um die Wunde an der Hand verteilt.

Hubschrauber
Der Rettungshubschrauber ist zur Stelle

Mein Aufenthalt in Mexiko war vorbei und ich wartete in Miami auf meinen Anschlussflug nach Frankfurt. Über Skype nahm ich zu Tina Kontakt auf. „Liegt die Analyse vom Hundegehirn vor?“, rief ich beklommen in den Lautsprecher meines Laptops. Die Antwort meiner Frau stieß mich förmlich vom Stuhl: „Ja, es ist Tollwut“, hörte ich die traurige Stimme von Tina, „eine Mitarbeiterin der Gesundheitsstation hat aus Abancay erfahren, der Verdacht habe sich bestätigt!“

Wir sehen jeden Tag das größte Leid im Fernsehen und trotzdem gehen wir halbwegs entspannt zu Bett, weil uns das Elend anderer glücklicherweise nicht betrifft. Aber wehe, wehe, die Krebserkrankung, der Flugzeugabsturz oder die tragische Massenkarambolage auf der Autobahn erwischt ihre Frau, ihren Sohn oder ihre Tochter. Dann verstehen sie von einer Sekunde zur nächsten, warum Christen ihre ganze Hoffnung darauf setzen, dass Gott einmal alle unsere Tränen abwischen wird, an einem Ort, den die Bibel Himmel nennt….!”