Im Schneeregen

Auf dem Weg nach oben

Irgendwo zwischen Bodensee und Reutlingen. Es ist Mitternacht und der Schneeregen lässt mich innerlich ein wenig frösteln. Ich bin unterwegs von A nach B. Selbst wenn ich das Tempo steigern würde, käme ich nie am Ziel an. Der Weg führt immer weiter. Mein Kalender ist eine endlose Kette von Terminen und eine gelöste Aufgabe geht nahtlos in die nächste Herausforderung über.

Wann werden wir wissen „wir haben es geschafft“? Aber wer möchte wirklich diesen Punkt erreichen und sagen: „Das war’s!“ Leerlauf im Altenheim ist keine schöne Perspektive. Und wer freut sich darauf in Frieden unter einer Grabplatte zu ruhen? Niemand.

So wandern die Gedanken weiter nach oben. Wie wird es sein in jener Wirklichkeit, die die Bibel Himmel nennt? Entspannung pur oder Nervenkitzel? Sind wir dann angekommen oder beginnen wir nur die erste Etappe einer langen Reise? Wir wissen es nicht.

Aber wir wollen genau dorthin, wo Tränen und Klagerufe der Vergangenheit angehören, wo Frieden und Gerechtigkeit regieren. Das größte Glücksgefühl erleben wir, wenn wir Gottes Nähe spüren. So ein Moment ist wie ein flüchtiger Blick durch einen offenen Türspalt in eine andere Welt. Und er schenkt uns die Zuversicht, dass wir eines Tages nach Hause kommen werden. An den Ort, wo Gott auf uns wartet und sagt: „Schön, dass Du endlich da bist!“/KDJ

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