
Wer ist schneller die Impfkampagne oder das Virus?
Die gegenwärtige Pandemie kann tatsächlich mit einem Rennen gleichgesetzt werden. Die Mutationsfähigkeit des Coronavirus begünstigt immer neue Ansteckungen und die wiederum erleichtern die Entstehung weiterer Mutationen. Der ursprüngliche Wildtypus wird durch aggressivere Varianten ersetzt. Es könnte ein Kreislauf entstehen, der die Dauer der Gesundheitskrise enorm verlängert.
Die Cyprianische Pest wütete zwanzig Jahre von 250 bis 270 nach Christus. Sie ging einher mit einer extrem hohen Sterblichkeit mit bis zu 5.000 Toten am Tag, alleine in der Stadt Rom. Der Erreger ist bis heute unbekannt, aber wahrscheinlich handelte es sich um ein Virus.
In ganz Südamerika setzt sich derzeit die brasilianische Variante durch, in Europa die britische. Natürlich werden die Impfstoffe angepasst, aber dieser Prozess benötigt Zeit. Und der Zeitfaktor ist in diesem Rennen entscheidend.
Die gegenwärtige Pandemie erinnert uns an unsere eigene Vergänglichkeit. In Anbetracht der Ewigkeit ist unser Leben ohnehin sehr kurz. Jetzt schwebt über uns das Damoklesschwert einer Infektion mit unsicherem Ausgang. Natürlich wollen wir alle leben, aber der Fokus der christlichen Hoffnung ist auf die endgültige Lösung gerichtet – nämlich das Leben nach dem Tod. Der Glaube der Christen erschöpft sich nicht in Nächstenliebe und sozialer Gerechtigkeit, sondern steht und fällt mit der Überzeugung, dass Gott uns eine Zukunft anbietet. Im Unterschied zum Nirvana der Buddhisten, wo das eigene Selbst verlöscht, verspricht uns die Bibel den Fortbestand unserer Identität.
Ausnahmesituationen wie Kriege und Pandemien sind dazu angetan uns ins Grübeln zu versetzen. Und diese meditative Introspektion über das Woher, Wohin und Warum ist wertvoll. „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“, schrieb der Psalmist vor rund 2.500 Jahren (Psalm 90, 12). – Die oberflächlichen Hypes, die viele Bereiche unserer Kultur charakterisieren, werden durch das Coronavirus als nutzlos entlarvt. In diesem Sinne ist Covid-19 ein echter Augenöffner.
Der Zeitpunkt ist gekommen über das Wesen unserer Existenz und definitive Auswege aus der Tragödie des Todes nachzudenken. Im Buch der Bücher werden wir fündig, beim Robert Koch-Institut wohl kaum. /KDJ










