Curahuasi – eine Woche lang von der Kultur geküsst

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Aber politisch nicht korrekt

Noch vor zehn Jahren charakterisierte man Curahuasi am besten mit weißen Anisfeldern und einem beeindruckenden Panorama. Das Bergdorf wirkte ansonsten eher wenig einladend. Vieles hat sich durch die Gegenwart von Diospi Suyana im Ort geändert – auch in kultureller Hinsicht. Im Krankenhaus und der Diospi-Suyana-Schule finden gelegentlich Events statt, die das Attribut “Highlights” verdienen. Die Kunstausstellung der letzten Woche gehörte ohne Zweifel dazu. Und die beiden Konzerte mit Gefühl und Flair ebenfalls.

Hauptakteur Armond Anderyassian-Aznavoole kommt aus England. Der Armenier hat mehrere Jahre in London und Umgebung musiziert. Er spielt Gitarre und Klavier und setzt sein Talent ein, um eine Saat der Hoffnung zu verbreiten. Armond ist Christ, weil ihm der Glaube unter den Nägeln brennt. Auf seinem T’shirt konnte man es lesen: “Every tribe, tongue and nation” (Jeder Stamm, jede Zunge und jedes Volk). Dieser Satz bezieht sich auf eine Aussage es Apostels Paulus. In seinem Brief an Christen in der griechischen Stadt Philippi äußert der größte Missionar aller Zeiten eine Art Prophezeiung: “Eines Tages wird jeder ohne Ausnahme zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!” – Jeder Engländer, jeder Chinese, jeder Afrikaner und jeder Europäer.

Wir sind uns sicherlich einig, dass dieser Satz politisch nicht korrekt ist. Und er passt auch nicht in unsere postmoderne Zeit. Damaris Abiguial hat mit dieser Erklärung allerdings keine Probleme. Auch sie sang während der Konzerte einige Lieder. Wenn die Peruanerin ihren Mund öffnet, kann selbst ein harter Macho sentimental werden.  Lange musste die junge Frau aus Cusco damit kämpfen, dass ihre biologischen Eltern sie nicht wollten. Bei ihren Adoptiveltern hörte sie von der Liebe Gottes, die jedem Menschen gilt. So wundert es nicht, wenn Abigail in allen ihren Liedern den Fokus auf die Treue Gottes in Jesus Christus richtet. Für sie ist Glaube keine Philosophie, sondern Lebensgrundlage.

Keine Frage, Kultur mit einem Inhalt voller Hoffnung geht ins Herz und füllt die Seele. Johann Sebastian Bach sah das übrigends genauso.

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Armond Anderyassian-Aznavoole an der Gitarre. Verwaltungsdirektor Stefan Seiler lernte den Musiker in der südperuanischen Stadt Arequipa kennen. Aus diesem Treffen entstanden die beiden Konzerte in der letzten Woche.
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Die richtige Kulisse für sanfte Balladen

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Die Musiker: Jose Sáenz, Damaris Abiguial, Jesus Hurtado, Matthias Besold, Armond Anderyassian-Anavoole und Simon Giesbrecht. – Every Tribe, Tongue and Nation. So wird es einmal kommen und zwar noch vor dem Sankt Nimmerleinstag.

1 Antwort
  1. Frank Schönbach

    Fantastisch! Ein echter Vorgeschmack auf die grandiose Vision in Offenbarung 5,6 und 7,9. Ich wäre gern dabei gewesen. Leider war ich gerade auf der “falschen” Seite des Globus…