
Mit zwei Patientinnen haben wir gerade gesprochen
Soeben haben die Krankenschwestern das Abendessen ausgeteilt und Donna Bautista möchte zum Löffel greifen. Für ein kleines Interview ist sie allerdings noch zu haben. Wie ich höre, wohnt sie in der Region Espinar des Bundesstaates Cusco. Mit ihrer Familie versorgt sie die eigenen Tiere und arbeitet auf kleinen Feldern. Die Mutter von vier Kindern weiß wie hart die Landwirtschaft in den Bergen sein kann. Ihr Bauchwandbruch erklärt sich vom schweren Tragen und dem mühsamen Schuften am Boden.

Mit ihrer Operation ist sie sehr zufrieden. Ihre Tochter lacht und bemerkt, dass ihre Mutter gerade zum zweiten Mal am Hospital Diospi Suyana behandelt wird. So wie diese Bauersfrau sind die meisten unserer Patienten Quechuas also Nachfahren der Inkas.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der überwiegende Teil der Hilfesuchenden aus den Bundesstaaten Apurimac, Cusco, Puno, Madre de Dios und Ayacucho stammt. Aber auch die Großstädte Lima und Arequipa sind in unserem Patientengut mit über 15.000 bzw. 11.000 Kranken stark vertreten.
Unsere Chirurgen haben bisher über 20.400 operative Eingriffe durchgeführt. Auch Donna Bautista lag auf einem unserer sechs Operationstische.
Die Flure und Wartesäle des Spitals haben sich geleert. Das Wochenende steht vor der Tür. In der Notaufnahme kümmert sich Dra. Gilian Farfan um eine Patientin mit Atemproblemen. Nach Datenlage wurden bis Ende Juni am Missionsspital 37.801 Notfälle versorgt. Eine stolze Zahl ohne Zweifel. Die Ärzte und Krankenschwestern wollen helfen, trösten und heilen. Die tüchtige Assistenzärztin aus Arequipa könnte sicherlich woanders mehr verdienen, aber als überzeugte Christin identifiziert sie sich voll und ganz mit den Zielen unserer Mission.

Wir danken Gott. Er hat die Gründung unseres modernen Missionskrankenhauses ermöglicht. Und falls irgendjemand die göttliche Urheberschaft bezweifelt, sollte er nur eines der Bücher über Diospi Suyana zur Hand nehmen. Dort finden sich nämlich mehr als genügend Indizien für den Segen von ganz oben. Und der Leser kann mit Johann Sebastian Bach ausrufen: Soli Deo Gloria! /KDJ











