Die Pest ist da. Rette sich wer kann!

Tod und Verderben auf allen Seiten

Das Gemälde oben zeigt Martin Luther wie er den Sterbenden das Heilige Abendmahl reicht. Als Wittenberg 1527 von der Beulenpest heimgesucht wurde, lehnte der Reformator Aufrufe zur Flucht und zum Selbstschutz ab. Vielmehr blieb er und versorgte die Kranken. Die Weigerung zu fliehen kostete seiner Tochter Elisabeth das Leben.

Das aktuelle Buch von John Lennox

Aber sie hat auch zur Entstehung der Broschüre „Ob man vor dem Sterben fliehen möge“ geführt, in der Luther die christliche Reaktion auf die Epidemie klar formuliert:

„Wir sterben auf unserem Posten. Christliche Ärzte können ihre Krankenhäuser jetzt nicht verlassen, christliche Stadtverwalter können nicht aus ihren Bezirken fliehen, christliche Pastoren dürfen ihre Gemeinden nicht aufgeben. Die Pest löst unsere Pflichten nicht auf: Sie verwandelt sie in Kreuze, an denen wir bereit sein müssen, zu sterben!“

(Auszug aus dem Buch von John Lennox: Wo ist Gott in dieser Welt. Daniel Verlag)

Bei Wikipedia findet sich der folgende Eintrag zu einer anderen humanitären Katastrophe. „Die Cyprianische Pest war eine in den Jahren 250 bis 271 im Römischen Reich auftretende Pandemie, deren Erreger bislang nicht bekannt ist. Sie wurde vom Kirchenschriftsteller Cyprian im Jahre 252 beschrieben und später nach ihm benannt. Die Krankheit scheint 250 in Äthiopien ausgebrochen zu sein. In Hochzeiten starben allein in Rom täglich bis zu 5000 Menschen. Der römische Kaiser Hostilian verstarb laut Aurelius Victor an der Krankheit im Jahr 251, Kaiser Claudius Gothicus im Jahr 270.

Cyprian beschrieb in seinem Traktat „De mortalitate“, die Symptome: „Die Eingeweide, gelöst in ständigem Ausfluss, entleeren sich aller Körperkräfte; ein Feuer, dessen Ursprung im Mark liegt, gärt in den Wunden tief im Rachen; die Innereien werden geschüttelt vom steten Erbrechen; die Augen brennen vom eingeschossenen Blut; manchmal nimmt die Vergiftung durch krankhafte Verwesung Arme und Beine.“

Der Historiker Lyman Stone schreibt: „Die Cyprianische Pest war einer der Auslöser für die Reichskrise des 3. Jahrhunderts in der römischen Welt. Aber sie hat auch noch etwas anderes bewirkt: Sie löste das explosive Wachstum des Christentums aus. In den Predigten Cyprians wurden die Christen aufgefordert, nicht um die Opfer der Pest (die nun im Himmel seien) zu trauern, sondern die Anstrengungen zur Versorgung der Lebenden zu verdoppeln!“

Nun führt Lennox weiter aus: „Auch waren es nicht nur Gläubige, die die Reaktion der Christen auf die Pest bemerkten. Ein Jahrhundert später beklagte sich der gottlose Kaiser Julian vehement darüber, dass „die Galiläer“ sich selbst um ungläubige Kranke kümmern würden, während der Kirchenhistoriker Pontianus berichtet, wie die Christen dafür sorgten, dass „allen Menschen Gutes getan wurde, nicht nur den Hausgenossen des Glaubens“. Der Soziologe und religiöse Demograf Rodney Stark vertritt die These, dass die Todesraten in Städten mit christlichen Gemeinden wahrscheinlich nur halb so hoch waren wie in anderen Städten.“

Im März boten die europäischen Botschaften an, alle freiwilligen Mitarbeiter von Diospi Suyana auf humanitären Flügen nach Europa zu evakuieren. Die 45 Missionare entschieden sich nach reiflicher Überlegung in Curahuasi zu bleiben und Seite an Seite mit den Peruanern gegen die Pandemie zu kämpfen. Der Donaukurier zitierte Familie Rottler: „„Wir möchten hier sein, wenn die Krankheitswelle ankommt. Hier ist unser Platz.“ Die Missionare gingen ein reales Risiko ein. Bis zur Dezembermitte hat bei Diospi Suyana etwa jeder vierte Freiwillige aus dem Ausland eine Corona-Infektion schon durchgemacht. /KDJ

1 Antwort
  1. Andrea Schultze-Rhonhof

    Das sind gute Vergleiche! Danke für die immer wieder guten Gedankenanstöße, die ich hier erhalte!

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