
Schlüsselperson Helene Fischer
Natürlich war die Aktion am Freitag, den 27. Januar der reinste Wahnsinn. Wir wollten sieben Mitglieder einer Familie, davon 5 in der Stadt Cusco, nach Curahuasi bringen, um einen Kaufvertrag abzuschließen. Der Süden Perus war durch ein Netz von Straßensperren und Streikposten völlig lahmgelegt. Die Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und bewaffneten Einheiten der Zentralregierung hatten schon 500 Verletzte und 50 Tote gefordert. Aber da das Jugendfestival immer näher rückte und wir dieses Grundstück unbedingt als Campingplatz für die Jugendlichen brauchten, setzten wir alles auf eine Karte.
Louis Fischer, Verwaltungsleiter des Spitals, hatte sich irgendwie nach Cusco durchgeschlagen, um einen wichtigen Behördengang abzuhaken. Mitten im politischen Chaos erreichte ihn mein Anruf. Innerhalb von zwei Minuten stand der Schlachtplan. Louis ließ seinen Termin sausen und lieh sich stattdessen einen Wagen für 7 Personen. Dann sammelte er die potentiellen Verkäufer ein und machte sich auf den langen Weg nach Westen. Aus Curahuasi fuhren ihm Pit Werner und ich im Allrad entgegen. Pit würde in jenen Stunden seine gesamten Fahrkünste unter Beweis stellen.
Warum hat dieser Husarenstreich am Ende geklappt, trotz Geröllpisten auf den Straßen, erregten Campesinos und dem enormen Zeitdruck? Warum war sogar die Bank bereit, die notwendigen finanziellen Transaktionen nach der offiziellen Öffnungszeit abzuwickeln? Die Antwort hörte ich nach meinem Vortrag in Lehrte am 22. Mai.
Helene Fischer (oben links), Mutter von Louis, nahm im Gespräch Bezug auf jenen schicksalhaften Freitag. „Klaus, als Louis mir den Ernst der Lage schilderte, habe ich sofort gehandelt. Ich rief Verwandte, Freunde und Bekannte an. Schließlich haben 85 Leute für Euch unterwegs gebetet!“
Ich nickte und bedankte mich artig. Eine Geschichte für das 4. Buch über Diospi Suyana. Für Gott sind Blockaden, gewaltsame Konflikte in südamerikanischen Provinzen und ein unlösbarer Zeitfaktor keine echten Probleme. Aber die Bibel sagt, mir sollen um sein Eingreifen beten. Ende Januar erlebten wir die Power von 85 Betern live in der Hitze eines – menschlich gesehen – aussichtslosen Kampfes. /KDJ
Schon am 31. Januar zogen über 20 Arbeiter auf das Gelände. Sie errichteten Mauern, bauten Tore und verlegten Gras. Einen Tag vor dem Festival stand alles, was stehen musste. Und Hunderte von Jungs bezogen ihre Zelte.


(Legende: Die junge Dame in Bildmitte oben ist Janne Bühne. Sie wird ab Herbst als Augenoptikermeisterin am Spital mitarbeiten.)











