Im Reich der Vogelspinnen und Schwarzen Witwen

Das Tal von Curahuasi ist auch die Heimat vieler Spinnen. Einige von ihnen sind hochgiftig. Die Schwarze Witwe z. B. fühlt sich in der Nähe des Spitals sehr wohl. Sie frißt nach der Begattung das Männchen auf und kommt so zu ihrem Namen. Nach einer Studie starben nach 1700 Bissen durch Schwarze Witwen immerhin 55 Menschen.

Im Normalfall läuft das folgende Szenario ab:

Der Biss erzeugt zunächst einen kleinen weinroten Fleck, in dessen Zentrum man Einstiche, wie von Nadeln sehen kann. Der Fleck verblasst nicht durch Druck. Nach kurzer Zeit entwickelt sich in der Bißgegend ein scharfer, brennender Schmerz. Nach einigen Stunden ist die Umgebung der Bißstelle überempfindlich gegen Berührung. Es entwickelt sich eine große Niedergeschlagenheit – Traurigkeit.

Die Betroffenen weinen und glauben Sterben zu müssen. Der Schmerz breitet sich dabei nach und nach von der Bißstelle über den gesamten Körper aus und wird als sehr intensiv erlebt. (Von Gebissenen wird berichtet, daß ihnen diese Schmerzen noch nach Jahren lebhaft in Erinnerung geblieben sind). Vom Körper ausgehend konzentriert sich die Schmerzhaftigkeit in der Brust / Herzgegend. Nach einiger Zeit entwickelt sich der Schmerz vom Herzen ausgehend zu den Extremitäten wieder zurück. Aber dann treten klonische Muskelkrämpfe auf. Die Zunge zittert und die Sprache wird lallend. Die Bauchmuskulatur wird bretthart und erinnert an ein akutes Abdomen.

In dieser Situation können die Betroffenen sich nicht mehr auf den Beinen halten.

Aber wir wollen auch nichts dramatisieren. Während der vergangenen 17 Monate wurde bisher nur ein Arbeiter auf der Baustelle gebissen. Er hat es überlebt, wenn er auch für lange Zeit nicht mehr arbeitsfähig war.