
Die perfekte Anti-Botschaft zu Weihnachten
Mein KLM-Flug ist storniert und ich muss drei Stunden auf meinen Anschluss warten. Nun stehe ich am Amsterdamer Flughafen an einem Zeitungsstand und lasse mich inspirieren. Die Regenbogenpresse bietet vermeintliche Lebenshilfe. Natürlich stimmt das nicht. Vielmehr schreiben die Klatschblätter genau das, was die Leute hören wollen. Es geht nämlich darum die Auflage zu steigern. Deshalb redet man den potentiellen Lesern gerne nach dem Mund.
Bei der Illustrierten „Freundin“ werde ich fündig. Rechts unten heißt es unter der Überschrift „Ich würde gerne etwas Gutes tun“: So machen Sie (ohne großen Aufwand) das Leben anderer Menschen besser.
Das ist so richtig klasse. Wir wollen gute Menschen sein und uns ein Mäntelchen der Hilfsbereitschaft umhängen. Aber bitte schön, ohne großen Aufwand. Ich spende für einen sinnvollen Zweck, aber aus meinem Überfluss heraus und ohne dass es mir weh tut. Niemand von uns möchte ein moralischer Schweinehund sein. Ein bißchen nett und großzügig, kein Problem. Aber bitte ohne ein echtes Opfer meinerseits.
Weihnachten vor zweitausend Jahren. Gott startet die größte Rettungsaktion der Geschichte. Er wird Kind in der Gestalt Jesu Christi. In Windeln gewickelt liegt das Baby in einer Krippe. Nach 33 entbehrungsreichen Jahren stirbt Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen.
Der maximale Aufwand, um das Leben der Menschen zu erlösen, also radikal besser zu machen. Erst durch den Dreck und dann floß Blut. Doch darüber stand in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Freundin leider kein Wort. /KDJ












