Eine Kartoffelernte für Diospi Suyana

Und das spannende Buch der Frau Nachbarin

Im Frühjahr hielten die Nachbarn Albert Jünke und Rudi Brasch im norddeutschen Uplengen einen Plausch über die hohe Kunst der Landwirtschaft. Ihr Fazit: Auf einem Grundstück in Südlage – natürlich schattenlos – könnte man enorme Erträge erzielen. Da ein Nachbar ein ungenutztes Baugelände zur Verfügung stellte, machten sich die Freunde bald an die Kartoffelbepflanzung. Selbstverständlich nach den letzten Erkenntnissen der Bioforschung und ohne jegliche Chemikalien.

Ein schweres Unterfangen, denn die Grasnarbe war fest verwachsen. Aber in dieser Not half Freund Franz Franzen. Er ließ seinen Deutz-Traktor aus dem Jahr 1956 wieder heißlaufen. Die Feinarbeiten erledigte danach ein Einachser. Ex-Agrarstudent Malte Boekhoff verpulverte seine jugendlichen Energien. Und die gemeinsame Kraftanstrengung brachte das Feld nicht nur zum Blühen, sondern schweißte das Team zusammen wie noch nie.

Die Mühe sollte sich lohnen. Die Kartoffenernte im September fiel üppig aus, so üppig, dass die Hobbylandwirte die Erdknollen bald im Freundeskreis verteilten. Eine Nachbarin revanchierte sich und schenkte – gewissermaßen als Anerkennung- das Buch „Ich habe Gott gesehen“.

Albert Jünke war von der Lektüre ziemlich gepackt. Das Ende vom Lied sah dann folgendermaßen aus. Die Kartoffeln wurden gegen eine Spende für Diospi Suyana verteilt. Das stolze finanzielle Ergebnis landete vor einigen Tagen auf dem Konto von Diospi Suyana.

Rudi Brasch schreibt: „Viele Spender waren sehr großzügig, zumal Ihr Projekt auch durch TV-Berichte und Interviews hier bekannt ist. Und ohnehin stammt die Kartoffel aus Peru!“ Aus den Anden sagen wir dazu nur: Mil gracias. Que Dios les bendiga! /KDJ

Albert Jünke mit einem Einachser
Malte Boekhoff, der Neffe von Albert Jünke, bei der mühsamen Feldarbeit. Er hatte zuvor ein Agrarstudium abgeschlossen. Auf dem Feld wurden die Sorten Leyla, Belana und Laura angebaut.
Rudi Brasch legt eine kleine Pause ein.
Franz Franzen ist schwer beim Ernten.
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