So nimm denn meine Hände
Dienstag: Die Reise geht vom Norden Schleswig-Holsteins nach Düren in Nordrhein-Westfalen. Dort werde ich am Abend in einer Kirchengemeinde von Diospi Suyana berichten. Unterwegs besuche ich alte Freunde. Wir haben uns mehrere Jahre nicht mehr gesehen und es ist mir ein echtes Anliegen, ihre Hände zu schütteln. Kaum sitze ich in ihrem Wohnzimmer, da erzählen sie mir von einer Familientragödie, die ihr Leben bis zum Tod überschatten wird. Ich schlucke. Auf diese Nachricht bin ich nicht vorbereitet. Dieses Leid hätte viele Menschen gebrochen, vielleicht auch mich. Wie schafft es das Ehepaar nach dieser Erfahrung morgens noch aus dem Bett aufzustehen?
„Was mir in den letzten Monaten geholfen hat“, sagt die ältere Dame, „ist das alte Kirchenlied von Julie Hausmann „So nimm denn meine Hände!“ Da lautet die dritte Strophe:
Wenn ich auch gleich nichts fühle von deiner Macht,
du führst mich doch zum Ziele, auch durch die Nacht:
So nimm denn meine Hände und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich.
Julie Hausmann war eine deutsch-baltische Dichterin. Sie reiste mit dem Schiff vor rund 150 Jahren nach Afrika um ihren Verlobten zu treffen und zu heiraten. Sie war erstaunt, dass er sie nicht am Hafen abholte. Sie schlug sich auf eigene Faust bis zur Missionsstation durch. Dort erwarteten sie die schwersten Stunden ihres Lebens. Man führte sie zu einem frischen Grab, in dem ihr Freund wenige Tage zuvor beerdigt worden war. Es heißt, dass sie in jener Nacht die Zeilen ihres weltberühmten Liedes schrieb./KDJ













Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Das hält mich im Glauben.
Dietrich Bonhoeffer…mutiger Mann.