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Radio Diospi Suyana

Blind seit der Kindheit – Nun kann sie wieder sehen

Wenn die Hoffnung größer ist als die Angst

Außer Umrissen sah Rosalia (Name geändert) fast nichts. Seit ihrer Kindheit litt die heute 27- Jährige an einer Linsentrübung, die sich bereits im Mutterleib gebildet hatte. (Bild siehe oben)

Im Alter von 6 Jahren wurde sie deshalb zum ersten Mal am grauen Star operiert. Der Eingriff wurde während einer sogenannten medizinischen Kampagne – also durch einige Besuchsärzte – in einem regionalen Krankenhaus in Cusco durchgeführt. Doch das Ergebnis machte die Situation leider nur noch viel schlimmer. Einige Linsenreste verklebten mit der Pupille und der eingepflanzten Kunstlinse. Es bildete sich eine bindegewebige lichtundurchlässige Platte. Wochenlang wurde sie behandelt, hatte Schmerzen und Angst. Am Ende kam es zum Verlust der ursprünglichen Sehkraft. Für das kleine Mädchen eine schreckliche Erfahrung, die zu Misstrauen gegenüber weiteren ärztlichen Maßnahmen führte.

Das durchlittene Trauma sollte  Rosalia für zwei Jahrzehnte prägen. Obwohl fast blind, wollte sie sich zu einer zweiten Operation nicht mehr durchringen. Mit dieser Einschränkung durchlebte sie ihre Schulzeit, heiratete und bekam zwei goldige Kinder, die sie allerdings nie richtig sehen konnte.

Eines Tages erfuhr sie durch einen Bekannten von einem Missionskrankenhaus in Curahuasi, in dem Ärzte aus dem Ausland eine gute Versorgung anbieten würden. Rosalia machte sich auf den Weg – zwar ohne einen Termin in der Tasche, aber in der vagen Zuversicht auf Hilfe. Die Hoffnung auf Heilung war dabei größer als die Angst, ein zweites operatives Debakel mit dem noch verbliebenen Auge zu erleben.

Schließlich saß sie vor Augenarzt Dr. Werner Keßler berichtete ruhig und gefasst über ihr vergangenes Leid. Dr. Keßler machte ihr Mut und erklärte ihr die Möglichkeit einer Heilung durch eine Routine-Operation. Als sie hörte, dass ihr geholfen werden könne, kamen ihr die Tränen. Es waren Tränen der Erleichterung nach 21 Jahren Blindheit.

Der Tag X. Wie so oft sprach der Augenarzt vor der Operation ein Gebet. Der Eingriff verlief gut und wie geplant.

Schon am ersten postoperativen Tag erreichte die Patientin 2/3 der möglichen Sehkraft. Bei Rosalia war die Freude über den raschen Operationserfolg und die sofortige Wiederherstellung der Sehkraft groß. Sie erkannte nicht nur ihren Augenarzt zum ersten Mal in aller Deutlichkeit, sondern auch ihren Mann und die Gesichter ihrer Kinder. Ein Moment, den sie für den Rest ihres Lebens nie wieder vergessen wird.

Volle Konzentration bei der OP: Hier wird gerade der harte Linsenkern mit Ultraschall abgesaugt.
Am OP-Ende: Die klare Kunstlinse am richtigen Platz, die Patientin wird wieder sehen.
Die dankbare Patientin in Bildmitte
1 Antwort
  1. Jessica Rubio

    Dios es un Dios misericordioso lleno de amor en nuestros días, hace milagros a través de las manos que se dejan usar.