Vom Regen in die Traufe

Schlimmer werden kann es immer

Der 72-Jährige reiste mit seiner Tochter von Lima nach Abancay. Es sollte ein Besuch im Bergland mit einigen erlebnisreichen Tagen werden. Doch leider erlitt der Mann einen Unfall und lag umgehend mit einer Rippenserienfraktur in einem Krankenhaus der Regionalhauptstadt. Die vielen Rippenbrüche hatten einen Pneumothorax verursacht. Dabei dringt Luft zwischen Brustwand und Lunge, was die Atmung beeinträchtigt und je nach Schwere lebensbedrohend wirkt.

Gut zehn Tage wurde der Patient im dortigen Spital überwacht und obwohl die Luft im Pleuraspalt noch nicht ganz absorbiert war, erhielt er am Wochenende seine Entlassung. Die Familie wollte zum Zwecke der weiteren Erholung schnell mit dem Flugzeug nach Lima zurückfliegen.

Ripprenserienfraktur (links). Zwei der Rippenbrüche sind mit roten Kreisen gekennzeichnet. Die gelben Pfeile zeigen die Lage der Thoraxsaugdrainage. Die Lunge ist wieder voll entfaltet.

Während der Fahrt zum Flughafen in Cusco, legte die Familie auf etwa 3500 m Höhe eine kurze Pause ein. Plötzlich kollabierte der Verletzte und er wurde notfallmäßig in zum Hospital Diospi Suyana gebracht. Die Diagnostik (Röntgenbilder und Computertomographie) ergab die folgenden Befunde:

1. Großer Pneumothorax
2. Tiefe Beinvenenthrombose
3. Beidseitige Lungenembolien

Erklärung: Die konservative Behandlung im Bett im ersten Krankenhaus hatte zu Blutkoageln (Thrombosen) in den tiefen Beinvenen geführt. Als der Mann plötzlich zusammenbracht, hatten sich just in dem Moment Koagel gelöst und die Lungenembolien hervorgerufen.

Die Behandlung am Hospital Diospi Suyana bestand aus der Anlage einer Thoraxsaugdrainage, um die Luft abzusaugen. Außerdem erhielt er blutverdünnende Medikamente, Sauerstoff und Physiotherapie. Aber ob er durchkommt, muss die Zukunft weisen.

(Bildlegende ganz oben: Am Kopfende steht Anästhesistin Dr. Natascha Lopata. Rechts legen die Ärzte Dr. Fritz Meiswinkel und Dr. Benjamin Zeier die Saugdrainage.