
Peru, ein Land voller Widersprüche
Die Preisträger des deutschen Zukunftspreises sind in Curahuasi eingetroffen und am heutigen Dienstag werden in Gegenwart von drei TV-Teams rote Bänder durchgeschnitten. Da sitze ich spät am Montagabend mit einer Beamtin der Behörde APCI in meinem Büro. Sie ist eigens nach Curahuasi gereist, um zu überprüfen, ob einige Sachspenden auch wirklich bei Diospi Suyana angekommen sind und zum Wohle der Patienten eingesetzt werden.
Ich unterschreibe viele Seiten und platziere jeweils meinen Stempel neben meinen Unterschriften.
„Ist das nicht komisch“, sage ich zur jungen Dame aus Lima, „sie investieren hier viel Zeit und ich auch. Es geht um zwei Lieferungen von Sachspenden, die seit vielen Monaten bei uns ordnungsgemäß im Einsatz sind. Die Beträge sind klein. Aber fünf Stunden von uns entfernt arbeiten fast 4.000 Menschen in einer illegalen Kupfermine und betrügen den Staat um Hunderttausende US-Dollar. Und die Behörden machen rein gar nichts. Sie schweigen und die Angestellten an den Schreibtischen verdienen durch die Bestechungsgelder fleißig mit!“
Die Inspektorin nickt. „Ja“, sagt sie, „so ist das und niemand hat ein Interesse daran so einen Fall zu untersuchen!“
Um Mitternach gehe ich zu Bett und morgen werden wir die Sachspende eines neuen MRTs und einer Kontrastmittelpumpe feiern. In den Bergen von Curahuasi werden wieder unzählige Männer und Frauen einer illegalen Tätigkeit nachgehen. Und der Staat? Er wird weiter schweigen und wegsehen. Und die Polizei sowie die Funktionäre des Staates werden – wie seit Jahren – geschmiert und bestochen. /KDJ











