Ein Baubericht zum Stand der Dinge

Ingenieur Christian Heuchert bietet einen Überblick

Liebe Freunde, nach einigen Woche Funkstille aus dem Baubüro, habe ich endlich mal wieder Zeit gefunden, um euch an den Fortschritten teilhaben zu lassen. Teilweise sind über 70 Personen auf den vier Baustellen beschäftigt, etwa 20 eigene Mitarbeiter und der Rest von zwei Fremdfirmen. Es grenzt schon an ein Wunder, dass wir bei der sehr umfangreichen Bautätigkeit von großen Unfällen und Unwettern verschont geblieben sind. Dafür dürfen wir unserem großen und barmherzigen Gott von ganzem Herzen dankbar sein. Aber der Reihe nach: (Legende zum Bild oben: Achtung – Bauleiter bei der Arbeit! Hoffentlich geht das gut.)

Colegio: Seit meinem Urlaub über den Jahreswechsel arbeite ich immer häufiger auch praktisch auf der Baustelle mit. Wir haben am Gebäude B am 9.Januar die letzte Geschoßdecke betoniert. Seitdem regnet es jede Nacht und teilweise auch am Tage. Das ist ein echtes Geschenk unseres Gottes gewesen, dass wir einigermaßen trocken den wesentlichen Teil des Rohbaus abschließen konnten.

Jetzt ist der Boden zwar sehr weich, aber wir haben anfangen können, die Verbindung zwischen dem bestehenden und neuen Grundstück herzustellen. Dazu gehört die Verbreiterung des Zugangs und die Verlegung von Leerrohren für Wasser, Strom und Digital-Kabel. Leerrohre sind in Peru eher ungewöhnlich, weil Wasserleitungen und Stromkabel oft einfach nur im Erdreich verlegt werden – ohne Schutzrohr. Wir sind guter Dinge, die Arbeiten im bestehenden Grundstück bis zum Ende der Sommerferien Anfang März abschließen zu können, um den Schulbetrieb nicht zu stören.

Auch die ersten zwei Räume im Gebäude A sind weitestgehend verputzt und mit der Verlegung des Estrichs wurde begonnen. Die beiden Räume dienen ab Mitte Februar dann als Lager für die neuen Schulmöbel, die bereits eingetroffen und im Kindergarten zwischengelagert sind. Ebenfalls fertiggestellt sind die gemauerten Brüstungen.

Inzwischen ist auch das Grundstück – die Baustelle – eingezäunt und mit Toren verschlossen. Das macht es leichter Materialien zu lagern und nicht mehr benötigtes Material zum Abtransport bereit zu legen. Für LKWs gestaltet sich das Befahren der Baustelle zunehmend als Schlammschlacht. Selbst Bagger haben Schwierigkeiten.

Leider konnte immer noch keine Firma beauftragt werden, die Dachkonstruktionen zu errichten. Aber wir sind da auf der Zielgeraden. Schön wäre es, wenn die Dächer Mitte März fertig wären – bis zum Ende meines Einsatzes.

Eingezäunte Baustelle Colegio aus der Vogelperspektive – die beiden neuen Gebäude ohne Dach.

Residencia II: Auf dieser Baustelle wuselt es förmlich. Zwischen 25 und 30 Mann sind dort beschäftigt, ohne sich gegenseitig im Weg zu stehen oder zu behindern. Das Ganze spielt sich auf drei Ebenen gleichzeitig ab so, dass ich keinen Überblick mehr habe wie viele Menschen tatsächlich dort am Arbeiten sind.

Das Dach mit Stahlkonstruktion, Dachdeckung und Regenrinnen ist im Wesentlichen fertig. Im Erdgeschoss sind die die Wasser- und Abwasserleitungen mit ihren Anschlüssen an das Sanitärporzellan verlegt und die Räume verputzt. Im Obergeschoß wurde zwischenzeitlich die Deckenschalung ausgebaut und die Wände für den Verputz vorbereitet. Aus einigen Zimmern und vor allem aus dem Speisesaal bietet sich ein wunderbarer Blick über das Hospital und auf die Anden. Schaut euch das gerne einmal „in echt“ an.

Auch die Fliesen liegen schon für den Einbau bereit. Sobald der Estrich verlegt ist und seine Festigkeit erreicht hat, kann’s losgehen.

Die Residencia II von Insidern auch Hotel genannt. In zwei Monaten müssen die Arbeiten abgeschlossen werden.
Blick aus den Fenstern eines Zimmers in der der Residencia II
Alle Fliesen für die Residencia II

Amphitheater: Die alte Konstruktion ist bereits seit einer Woche demontiert und die ersten neuen Stützen sind aufgestellt. Die gebogenen Profile für den großen Abschlussbogen wurden geliefert und werden nun vor Ort verschweißt und zu einem Bauteil zusammengefügt. Stahlbau in Reinform – wenn auch ganz anders als in Westeuropa. Es gibt schon sehr viele Parallelen zu meinen Arbeitsinhalten in Deutschland. Stützen mit Fußplatten und Fundamente mit einbetonierten Bolzen, an denen dann die Stützen befestigt werden. Die Bauarbeiter arbeiten hier vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

Schwer und stabil. Die Säulen des vorderen Hauptbogens
Blick in das Amphitheater gestern Mittag
Die Verankerung eines Stahlpfostens wird begutachtet.

Christliche Begegnungsstätte: Hier kämpft sich das Mantenimiento, das Team der Instandhaltung, tapfer durch die Menge an Restarbeiten. Zurzeit werden Malerarbeiten ausgeführt und die WCs eingebaut. Auch die letzten Zimmertüren sind eingebaut. Die Küche wartet auf die Gerätschaften und deren Installation.

Die Küche des Freizeitheims. Die Geräte werden in einer Woche verschifft.
Blick in den großen Konferenzsaal. Die Stühle werden derzeit produziert.

Ich bedanke mich für euer geduldiges Warten auf den Baubericht und sende herzliche Grüße aus Curahuasi.

Saludos, Christian

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