Die Suche wäre es wert – Tag und Nacht

faithbook-slider

Abschied von einem Jungen

Sonntagnachmittag. Meine Frau und ich sitzen mit mehreren Menschen im Raum eines Lehmhauses. Alle Augen sind auf den kleinen Sarg gerichtet. Er ist geöffnet. Oberhalb einer weißen Decke liegt ein liebliches Babygesicht. Der Kleine litt an einer seltenen Krebserkrankung. Jetzt heißt es für die Eltern und seine Schwester Abschied nehmen.

Tränen und Trauer. “Warum?”, schluchzt die Mutter, “warum?” Niemand der Versammelten kennt die Antwort.

Da klingelt das Handy meiner Frau. Ein Kind ist soeben angefahren worden. “Wir brauchen Hilfe in der Notaufnahme!” Sofort ist Tina unterwegs.  “Warum ist das nur passiert?”

Ich denke an eine Patientin vor vier Tagen. Sie kam mit unspezifischen Beschwerden in die Ambulanz. “Na gut, machen wir einmal einen Ultraschall”, hatte meine Frau gesagt. Das Ergebnis ein Schock für alle. Ein großer Tumor im Bauch, der bereits in die Leber gestreut hatte. “Warum?”

In seinem Buch “Faithbook – Ein Journalist sucht den Himmel” schreibt der ARD-Korrespondent Markus Spieker über seine Suche nach Hoffnung. Zweidrittel der Deutschen haben ihren Glauben an den Himmel verloren. Für sie ist die Todesstunde der Eintritt in das Nichts, in die Dunkelheit, in die Vergessenheit.

Warum verbringen diese Menschen nicht Tag und Nacht um die Aussage Christi zu überprüfen. “Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt!” Wenn ich in der Wüste am Verdursten wäre, würde ich doch alles dransetzen eine Oase zu finden. Ich möchte doch leben und nicht verrecken.

Ist es nicht seltsam, dass so viele nur mit den Achseln zucken und lediglich versuchen ihre Gedanken an den Tod zu verdrängen.

Ohne die Perspektive des Himmels hätten meine Frau und ich das Hospital Diospi Suyana nicht gegründet. Täglich Krankheit und Tod. Verzweiflung und Bitterkeit. Und die Therapie so kurz, frustran und am Ende immer vergeblich. /KDJ

Click to access the login or register cheese