
…ist der OP-Tisch
Eine 30-jährige Patientin kommt aus Andahuaylas zum Hospital Diospi Suyana. Dr. Martina John untersucht die Mutter von zwei Kindern wegen ihrer unklaren Bauchschmerzen. Bei den Laboruntersuchungen fällt ein positiver Schwangerschaftstest auf. Danach geht es zum Ultraschall. Ihre Gallensteine erklären zumindest einen Teil ihrer Beschwerden. Doch noch bedeutungsvoller ist ihre Bauchhöhlenschwangerschaft. Erklärung: Wenn das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter heranwächst, sondern in der freien Bauchhöhle ist sofortiger Handlungsbedarf gegeben. Jederzeit kann eine massive Blutung das Leben der Frau in Gefahr bringen.
Gynäkologe Dr. Peter Gilbert und Chirurg Dr. Lukas Steffen bieten sofort ihre Mithilfe an, aber die Patientin will keine Operation. Trotz umfassender Aufklärung entscheidet sie sich das Krankenhaus gegen ärztlichen Rat zu verlassen. Fünf Stunden fährt sie in ihre Heimatstadt zurück. Zwei Tage später ist sie wieder da und liegt schließlich auf dem OP-Tisch. Schon bei einer leichten Berührung mit den chirurgischen Instrumenten setzt eine starke Blutung ein. Glücklicherweise können Dr. Gilbert und Dr. Steffen umgehend den lebensrettenden Eingriff durchführen. Wäre der Blutverlust im Auto passiert – ausgelöst z. B. durch eine Erschütterung- , wäre sie sicherlich in wenigen Minuten verblutet.
In der letzten Woche wurde die Quechuafrau gesund und dankbar nach Hause entlassen. Wahrscheinlich war ihr gar nicht so recht klar, dass sie dem Tod ins Auge geblickt hatte. Dr. Gilbert nimmt Bezug auf das Bild an der Wand und sagt: „Für unsere Patientin war das Missionsspital so etwas wie die rettende Arche Noah!“
Nachtrag: Die Gallenblase mit den Steinen, Grund ihres ersten Besuchs, wurde ebenfalls entfernt. Also erhielt sie den vollen Service.











