
Fortschritte und Höhepunkte II
33 Jahre war sie alt und lebte auf ca. 4.000 m Höhe in der Nähe des Titicacasees. Seit zwei Jahren bemerkte Maria Choquehuanca* eine schmerzlose Schwellung auf der linken Halsseite. Bei der Diagnose handelte es sich um einen seltenen Glomustumor, der die Halsgefäße und Nerven förmlich ummauert. In den Großstädten Arequipa und Cusco wollte keiner die Quechua-Indianerin operieren. “Gehen Sie an ein Krankenhaus in Lima”, riet man ihr, “der Eingriff ist einfach zu schwierig und voller Risiken!” Anstatt die weite Reise in die peruanische Hauptstadt anzutreten, versuchte sie ihr Glück am Missionsspital Diospi Suyana.
Am 12. Mai führte Dr. Thomas Tielmann die Operation durch. Sie dauerte zweieinhalb Stunden und verlief in jeder Hinsicht erfolgreich. Der Tumor konnte vollständig entfernt werden. Der Gefäßchirurg hat mittlerweile fünf Glolustumoren am Hospital Diospi Suyana operiert. (*Name verändert)

Gleich drei Teams des SWR drehten in Deutschland und in Peru an neun Tagen über Familie John. Es wurden rund 45 Minuten für die Folge “Die Hoffnungsmacher” zusammengeschnitten. Das Gesamtergebnis können Sie sich mit dem folgenden Link anschauen. https://drive.google.com/file/d/18zthziJEia5o0IfAOYrq8LR3eThXveRi/view
Nach Datenlage sind mittlerweile 106 TV-Reportagen weltweit über Diospi Suyana ausgestrahlt worden.

Das Arbeitsministerium der peruanischen Regierung veranstaltete Ende 2021 einen nationalen Wettbewerb, um die
Unternehmen/ Institutionen mit den besten Arbeitsbedingungen auszuzeichnen. Die Ergebnisse wurden im Juni 2022 von der Regierung veröffentlicht. Es gab insgesamt 18 Unterkategorien. Diospi Suyana trat in drei Bereichen an und belegte zwei Erste Plätze in den Kategorien “Unternehmerische Solidarität”, und “Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern”. Hinzu kam ein zweiter Platz in der Rubrik „Keine Diskriminierung aufgrund von Glauben, Behinderung, Klasse, Rasse oder Geschlecht”.

Am Samstag, den 18. Juni fuhren 60 Mitarbeiter von Diospi Suyana durch die Berge zur Ortschaft llañucancha. Über 200 Quechua-Patienten wurden in der lokalen Schule behandelt. Die Palette der Spezialitäten umfasste Allgemeinmedizin,
Pädiatrie, Augenheilkunde, Zahnmedizin, Gynäkologie, Urologie, Physiotherapie, Ultraschall, Psychologie und Orthopädietechnik.

Am 16. Januar 2004 hielten die Missionsärzte John ihren ersten offiziellen Vortrag über Diospi Suyana an der Freien Christlichen Schule in Frankfurt. Am 7. Juni 2022, also 18 Jahre und 5 Monate später, kehrte Dr. Klaus John an die Freie
Christliche Schule Frankfurt zurück. Sein vierter Auftritt des Tages war gleichzeitig seine 3.000ste Präsentation. Auf unglaubliche Weise hatte sich ein Kreis geschlossen. Rund eine halbe Million Menschen haben die Vorträge der Johns gehört. Entweder live oder auf Youtube bzw. im Fernsehen.

30. Juli: Anna Pereira lag hochschwanger im Schlafzimmer und hielt die Stellung. Papa Oliver Schmidt (rechts) hauste mit den drei Kindern im Indianerzelt im Garten. Die Wehen setzten kurz nach Mitternacht ein und Häuptling Oliver suchte in der Nachbarschaft einen Babysitter. Als er zurückkam, war der Kopf der Kleinen schon sichtbar. Alles kein Problem. Oliver führte die Geburt im Schlafzimmer durch – für ihn als Allgemeinarzt die reinste Routine.
Zur Kontrolle im Hospital Diospi Suyana erschien in den frühen Morgenstunden auch die Hebamme Damaris. Sie kümmerte sich rührend um Mutter und Kind. Und kurze Zeit später schaute Dr. Ollie O’Neill (links) nach der Neugeborenen. Es gab keinen Grund zur Besorgnis. Serena Grace Schmidt Pereira wog 3540 g und war 48 cm groß.

Es heisst, dass jedermann ersetzbar ist. Der Abschied der Familie Haßfeld offenbart allerdings den Unsinn dieser alten Wahrheit. Niemand wird den Gynäkologen und die Leiterin des Pflegedienstes voll ersetzen können. 15 lange Jahre haben die beiden mit ihren vier Kindern in Peru gelebt und in leitender Position gearbeitet. Am 7. Juli wurden sie in der Krankenhauskirche verabschiedet. Leider haben wir noch keinen Missionsgynäkologen gefunden, der Dr. Haßfeld ersetzen könnte.

“Ich hätte nie in diesen Bus einsteigen sollen”, sagt Mery aus Juliaca und erinnert sich traurig an eine Reise vor zehn Jahren. Mit rund 50 weiteren Fahrgästen saß sie in einem Omnibus. Das, was sich plötzlich zu ihrem Entsetzen ereignete, wird sie nie wieder vergessen. Der Bus stieß frontal gegen einen Lastwagen. Es waren Sekunden, die Merys Leben für immer veränderten. Ihre beiden Unterschenkel wurden abgequetscht. In einer nahen Klinik amputierten die Chirurgen beide Beine. Es folgten zehn schwere Jahre ohne jegliche Versorgung. Außerhalb des Hauses bewegte sie sich auf den Stümpfen vorwärts.
Ein Tipp aus der Bekanntschaft ließ sie Hoffnung schöpfen. Sie machte sich auf den langen Weg nach Curahuasi zum Orthopädie-Zentrum des Missionsspitals… Der Befund war eine echte Herausforderung für Christian Haupt, Meister der Orthopädietechnik, und seinen Kollegen Daniel Müller. Das Ergebnis ihrer Arbeit brachte Mery im Juli 2022 wieder auf zwei Beine. Nach einem Jahrzehnt kann sie ihren Mitmenschen auf Augenhöhe begegnen.

Unsere Krankenschwestern Amelie Brücher und Henriette Söll benötigten als Ausländerinnen eine offizielle Untersuchung durch das Büro Interpol in Cusco. Sie haben ihre Reise folgendermaßen beschrieben: „Nach einer halben Stunde Marsch…einer Autofahrt, wo Steine auf unser Auto geworfen wurden….einer Autofahrt mit einer Frau auf meinem Schoß….weiteren drei Stunden Marsch. …einer Fahrt auf einer LKW Ladefläche….einer Fahrt in einem Mototaxi. …einem weiteren Marsch von einer halben Stunde…und noch einer Minivanfahrt….haben wir es mit drei Stunden Verspätung tatsächlich geschafft und haben dank des netten Beamten unser Dokument bekommen!“

Die Stunden verflogen wie im Traum. Über 3.000 Menschen feierten ein Fest der Freude und Dankbarkeit im geschmückten Amphitheater. Drei nationale Fersehteams aus Lima hielten die Eindrücke für die Nachwelt fest. Das Medienzentrum strahlte die gesamte Veranstaltung live auf Youtube aus. Das abwechslungsreiche Programm bot Musik, Kurzansprachen, Grußworte aus vielen Ländern und Folklore. In einer PowerPoint-Präsentation führten die Missionsärzte John das Publikum durch die Highlights von Diospi Suyana.
Dr. Klaus John sagte zum Abschluß: “Wir blicken zurück und sagen Gott danke für 15 Jahre. Uns fehlen die Worte um unserer Bewunderung darüber Ausdruck zu verleihen, was Gott mit seinem großen Segen und seiner Treue hier in Curahuasi geschaffen hat!”

Mit dabei der beliebteste Fernsehmoderator Perus Nicolás Lúcar. In Peru kennt ihn wohl jeder und fast alle mögen ihn. Nicolás Lúcar arbeitet als TV-Moderator für die Mediengruppe Exitosa. An unserem 15. Jahrestag war er drei Stunden vor Ort. In seiner nächsten Fernsehshow sprach der bekennende Atheist fünf Minuten über Diospi Suyana. Er sagte: „In einer polarisierten Welt voller Hass und Egoismus praktizieren sie bei Diospi Suyana die Liebe zum Nächsten!“

Direktor Matthias Rehder schreibt: Die Diospi Suyana Schule hat zwei schwere Jahre hinter sich. 2019 erst die coronabedingte Schulschließung, dann die schrittweise Wiederöffnung über virtuellen Unterricht, hybridem Unterricht bis hin zu Präsenzialunterricht, den wir erst seit Anfang 2022 wieder anbieten dürfen. Gott hat uns durch diese schweren Zeiten getragen und in vielerlei Hinsicht gesegnet. Auch deshalb war der diesjährige 8. Schulgeburtstag etwas ganz Besonderes und wurde dementsprechend zelebriert. (Im Dezember 2022 geht das 9. Betriebsjahr zu Ende. Die Schule wurde am 14. März 2014 eingeweiht. Aus logistischen Gründen feiert unsere Schule ihr Jubiläum aber Ende August.)

Platz ist eine immer knapper werdende Resource. Durch einen genialen Streich gelang es Pit Werner und Kollegen unter das Dach der Röntgenabteilung einen neuen Wartesaal zu zaubern. Der Ausbau macht den allerbesten Eindruck. Die Verbindung zu den Behandlungsräumen wird über eine Metallbrücke ermöglicht. Das Projekt wurde Ende August quasi so nebenbei abgeschlossen.











