Carolin Klett berichtet vom „Marathon der Hausbesuche“

Carolin Klett unterwegs - breit
Carolin Klett läuft in diesen Tagen über viele schmutzige Wege

Um die Lebenswirklichkeit der zukünftigen Schüler kennenzulernen

Warum möchten Sie Ihr Kind auf die Diospi-Suyana-Schule schicken? Diese Frage habe ich in den letzten Wochen über 80mal gestellt.

Da es am 17. März in der Diospi-Suyana-Schule los gehen soll, sind wir in diesen Tagen dabei die Schüler aufzunehmen. Alle potentiellen Kandidaten werden von uns in ihren jeweiligen Elternhäusern besucht, um ihre Lebensumstände zu beurteilen. Der Unterricht wird in sechs Schuljahren und drei Kindergartengruppen beginnen. Also müssen wir Mitarbeiter zwischen 200 und 300 Interviews führen. Ich bin entweder mit Julianna oder Lilli unterwegs. Beide sind begeisterte Grundschullehrerinnen.

Wir gewinnen die interessantesten Einblicke. Von einer nobel ausgestatteten  Arztwohnung bis zu einem heruntergekommenen Zimmer mit Lehmboden sehen wir wirklich alles. Wir sitzen manchmal auf weichen Sofas, gelegentlich auf Schemeln oder nicht selten kriegen wir nur Stehplätze angeboten.

Wir laufen oft im Matsch und steigen über Steinhügel, um an die Häuser zu gelangen. Die Familien danken uns unseren Einsatz mit Käse, Avocados und Pfirsiche.

Alle Mühen verfolgen ein Ziel, wir möchten mit den Eltern und ihren Kindern ins Gespräch kommen. Eine Frage stellen wir immer wieder: „Warum wollen sie ihre Kinder auf die Diospi-Suyana-Schule schicken?“ Die Antworten sind überaus aufschlussreich.

„Wir wollen für unsere Kinder eine bessere Ausbildung und eine bessere Infrastruktur. Sie sollen Pünktlichkeit und Disziplin lernen. Und von Gott werden sie hoffentlich auch viel hören… Es ist schön zu sehen, wie sehr den Eltern die Ausbildung ihrer Kinder am Herzen liegt. Und so sind die allermeisten gerne bereit das nötige Schulgeld aufzubringen. Für die ganz Armen werden wir aber Stipendien anbieten.

Wir treffen auffällig viele alleinerziehende Mütter. Die Männer glänzen durch Abwesenheit. Sie haben weder Interesse an ihren Kindern, noch schicken sie Unterstützung an die Familien.

Es wird somit eine große Herausforderung alle Kinder mit ihren unterschiedlichen familiären Hintergründen miteinander zu verbinden. Sie werden hoffentlich bald lernen, dass vor Gott alle gleich sind, völlig egal wie ihre Herkunft aussieht. Ich betrachte es als ein großes Privileg in so vielen Familien von meinem Glauben an Jesus Christus erzählen zu dürfen.

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