Calvary Chapel Siegen: Ein volles Haus

Wie ist das möglich?

Durch winterlich verschneite Landschaften fahre ich am Sonntagmorgen in Richtung Siegen. Die Außentemperaturen bewegen sich zwischen – 6 und – 9 Grad Celsius. Ob sich bei dieser Kälte überhaupt jemand in den ersten Gottesdienst der Calvary Chapel verirren wird? Meine Sorgen sind unbegründet, denn 300 Menschen feiern um 9:30 Uhr mit Leidenschaft und Überzeugung. Die Geschichte von Diospi Suyana – statt Predigt – scheint jedem unter die Haut zu gehen.

Nun folgt der fliegende Wechsel, denn um 11:00 Uhr drängen 450 Menschen, darunter gut 200 Jugendliche, in den Kirchraum. Es wird voll und im Seitenraum, der als Überlauf dient, warten noch weitere Zuhörer. Am Abend setzt vor dem 3. Gottesdienst ein heftiges Schneetreiben ein. Trotzdem sitzen bei Einbruch der Dunkelheit um die 80 Teilnehmer auf ihren Plätzen.

Wieso strömen Sonntag für Sonntag so viele Zuhörer in den mittlerweile zu klein geratenen Veranstaltungssaal? Das Apostolische Glaubensbekenntnis wird hier genau so hochgehalten wie in den evangelischen und katholischen Kirchen auch. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Die Mitglieder der Calvary Chapel glauben den Inhalt aus tiefsten Herzen. Sie vertrauen ihr Leben dem Mann am Kreuz an, der drei Tage später sein Grab verlassen hat.

Könnte es sein, dass deshalb so viele Kirchen in Deutschland gähnend leer bleiben, weil die Pfarrer den Glauben an den auferstandenen Christus verloren haben? Und wer nimmt die Aussage Christi ernst: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich!“

Im Prinzip haben es die Großkirchen selbst in ihren Händen. Entweder sie entdecken die Heiligkeit Gottes und die Kraft der Bibel erneut – dann können sie wieder wachen, oder sie vertreiben mit einem billigen Zeitgeist noch die letzten alten Omas aus ihren Reihen. Dann kann der Küster das Licht löschen und die Türen ein für allemal abschließen.

Mittlerweile habe ich in Deutschland über 1.000 Vorträge zum Thema „Diospi Suyana“ gehalten. Und ich entdecke immer wieder Gemeinden, die so überfüllt sind, dass sie einer Sardinenbüchse Konkurrenz machen können. Diese gläubigen Christen versammeln sich nicht aus Pflichtgefühl, sondern einem inneren Impuls folgend. Voller Zuversicht leben sie ihren Glauben an den Ewigen, der in Jesus Christus Mensch wurde, um uns zu erlösen. Der Heilige Geist erfüllt sie mit einem „lebendigen Wasser“. Und genau das hat Jesus Christus seinen Nachfolgern versprochen. /KDJ

Die Band spielt auf höchstem Niveau.
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