An der Grenze zum Jenseits

Am Dienstag starb Sr. Santos der Großvater unserer Hausangestellten. Er hörte auf zu essen, sein Zustand verschlechterte sich und schließlich erlag er seinem Prostata-Krebs. Die Familie hatte schon Wochen zuvor einen Sarg und einen Platz auf dem Friedhof gekauft. Aber Opa hatte noch recht lange durchgehalten. So blieb wenigsten genug Zeit um seine 11 Töchter und seinen Sohn aus ganz Peru herbei zu rufen.

In der vergangenen Nacht saßen alle am Sarg und verabschiedeten sich. Wer einschläft, muss damit rechnen, dass sein Haar angekokelt wird.

Heute fand die Beerdigung statt. Niemand wusste die genaue Uhrzeit, wann es eigentlich losgehen sollte. Alles begann mit einem großen Essen. Schließlich packten vier Träger den Sarg und marschierten los. Alle Gäste und Musiker schlossen sich ihnen an. Als der Zug an unserem Haus vorbei kam, gingen auch wir mit.

Kaum waren wir am Grab angekommen, drückten sie mir eine Bibel in die Hand und baten mich die Predigt zu halten. Das Motto eines jeden Missionars lautet selbstverständlich: Sei immer bereit zu predigen, zu beten oder zu sterben von einem Moment zum anderen.

Ich las einen Abschnitt aus dem ersten Korintherbrief, wo es heißt, dass wir im Himmel einen neuen Körper erhalten werden. Ich erzählte der Trauerversammlung, dass ich den Verstorbenen erst zwei Wochen zuvor wegen einer Lungenentzündung behandelt hatte. Dabei hatte ich ihn auch gefragt, ob er Jesus Christus als seinen Herrn angenommen hätte. Das hatte er bejaht. Deshalb war ich fest überzeugt, dass er auf dem Weg zum Himmel wäre.

Schließlich hob man den Sarg hoch und schob ihn in die vorgesehene Nische in einer Mauer. Einige Angestellte des Friedhofs mauerten das Loch mit Steinen und Zement zu. Es war schon ziemlich spät als ich noch schnell ein Foto machte. (Aus dem Englischen übersetzt)

Allen George

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