Alexis findet eine neue Heimat und zwei Beine

12 schwere Jahre

Das Geräusch des plötzlichen Erdrutsches wird der Venezulaner nie mehr vergessen. Die Gerölllawine riss seinen Wagen in die Tiefe. Er  überlebte zwar, aber bedingt durch den Unfall verlor Alexis beide Beine. Über ein Jahrzehnt saß er im Rollstuhl. Alles schwer genug. Doch wegen einer fehlenden Zukunftsperspektive siedelte Alexis mit seiner Familie nach Peru über. In Europa wissen die meisten gar nicht, dass schon 7,9 Millionen Menschen (> 25 % der Bevölkerung) ihr Heimatland Venezuela verlassen haben. Armut, Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit treiben sie einer ungewissen Zukunft im Ausland entgegen.

In Peru litt Alexis an schweren Depressionen. „Was ist mein Leben überhaupt noch wert?“ Die Jahre vergingen. Schließlich wurde seine Tochter Verónica überzeugte Christin und entpuppte sich zu einer echten Hoffnungsquelle. Ein Tipp aus der Kirchengemeinde brachte die große Wende. „Es gibt in Curahuasi ein Missionsspital. Dort werden sie Deinem Vater bestimmt helfen können!“

In der letzten Woche erhielt der Patient zwei Oberschenkelprothesen. Jetzt müssen noch seine Muskeln aufgebaut werden. Mit Kraft, Geduld und Geschicklichkeit beginnt ab jetzt ein Leben in der Selbstständigkeit. Ein Dankeschön an Dr. Christian Haupt, Leiter unserer orthopädischen Abteilung, an seinen Auszubildenden Alex Ávalos und an unsere Physiotherapeutin Wendy.

Alexis geht endlich wieder aufrecht. In den nächsten Wochen werden die Prothesen noch kosmetisch verkleidet.
1 Antwort
  1. Markus Hirschi

    So schön. Ich bin sehr bewegt über diesen Beitrag. Herzliche Gratulation an das Team.
    Grüße aus der Schweiz Markus

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