Wenn nichts mehr bleibt als Trost und Schmerzmittel

Sie hielt es zu Hause nicht mehr aus und ihre engsten Angehörigen brachten sie nach Curahuasi.

Sie fuhren 8 Stunden durch die Berge. Den größten Teil des Weges auf einer Holperstrecke. Vorbei an zwei anderen Krankenhäusern, die Kurven rauf und runter bis sie endlich das Hospital Diospi Suyana erreichten.

Meine Frau hatte Nachtdienst und untersuchte die Patientin zuerst. Sie blickte auf die abgemagerte Gestalt auf der Trage. 52 Jahre alt und nun mit einem offenen Krebsbauch aus dem sich Dünndarmflüssigkeit entleerte. Es stank erbärmlich und die offene Frage im Raum lautete: Wie viele Tage bleiben ihr noch bis zum Tod.

Es fing an mit Bauchschmerzen. Die verschiedenen Medizinmänner, die sie konsultierte, kassierten eine Menge Geld ohne ihr wirklich helfen zu können. Als sie vor einigen Wochen schließlich ein Krankenhaus aufsuchte, kam jede Hilfe zu spät.

Nun braucht sie auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens Trost und Schmerzmittel.

Aber diese Quechua-Indianerin wird in den nächsten Tagen am Missionsspital noch mehr bekommen als Medizin und Verbandswechsel. Wir werden ihr sagen, dass Gott sie lieb hat und dass es sich selbst am Ende des Lebens lohnt Christus zu vertrauen.

Dann kann sie in wenigen Tagen dort sein, wo es keine Tränen mehr gibt und keine Schmerzen und keinen Gestank und keine offenen Wunden. / KDJ