
Ein schönes Land mit freundlichen Menschen
Von Wiesbaden nach Ustrón in den Karpaten sind es gute 1.000 Kilometer. Nachts kurz nach 3:00 Uhr breche ich in Gaußig, Sachsen auf. Um 4:45 Uhr stehe ich vor einem Haus in Gryfow. Jan Goszyk steigt ein. Der 70-Jährige hat kostenlos mein erstes Buch „Ich habe Gott gesehen“ und mein viertes Buch „Ein Experiment mit Gott“ übersetzt. Als ich mich überschwänglich bei ihm bedanke, winkt er nur ab. „Ich habe es sehr gerne getan und immer wieder über die einzelnen Geschichten nachgedacht!“ Sagt der freundliche Pole, der in Ustrón zur Welt kam. Gemeinsam werden wir nun Stunde um Stunde durch Polen in Richtung Süden an die tschechische Grenze fahren.
Wie so viele andere in seiner Generation war Jan in seiner Jugend ein Verfechter der sozialistischen Idee. Doch auf politische Verheißungen setzt er seine Hoffnungen schon lange nicht mehr. Der überzeugte evangelische Christ und seine katholische Frau vertrauen fest auf Jesus Christus.
Der blaue Himmel und die helle Sonne begleiten uns bis in die Berge der Karpaten. Die Straßen machen einen guten Eindruck und die Fahrweise der Menschen ist höchst diszipliniert. Wir sind am Ziel angelangt. Ustrón liegt am Fuß malerischer Berge, die heute wie mit Puderzucker geweißt sind. Mit einer Seilbahn könnte man in eine andere Welt voller Almen und Wanderwege emporsteigen, wenn man denn die Zeit hätte. Um 9:00 Uhr läd mich Jan in eine Konditorei ein. Das Café ist nett eingerichtet und die Süßwaren schmecken vorzüglich. Auf diese Weise gestärkt schreiten wir pünktlich um 10:00 Uhr über die Schwelle des Szaron Verlags.
Grzegorz Przeliorz (40) empfängt uns mit einem sympatischen Lachen. Er hatte sich vor Jahren das Unmögliche vorgenommen. Ein Buchgeschäft mit Verlag im äußersten Süden Polens wollte er gründen, wo doch jeder weiß, dass die Tage der Buchgeschäfte gezählt sind. Amazón und Co. treiben überall auf der Welt die Einzelhandelsgeschäfte in den Konkurs. „Aber im Vertrauen auf Gott, haben wir es trotzdem gewagt“, meint Grzegorz. Und siehe da, sein christliches Verlagshaus wächst und wirft sogar Gewinne ab. 16 Mitarbeiter betreuen die immer größer werdende Kundschaft und Jahr für Jahr gibt es mehr Arbeit für sein Team. Wahnsinn!
„Kommen Sie aus einer christlichen Famile?“, möchte ich wissen. „Na ja, eigentlich nein. Meine Eltern hatten beide ein Alkoholproblem. Durch die Macht des Gebetes wurden sie frei und das hat über kurz oder lang alle Familienmitglieder überzeugt!“
Nach meiner Laptop-Präsentation erhält er noch mein 4. Buch auf Polnisch. Jan Goszik machte es möglich. „Ich werde das Buch lesen und danach eine Entscheidung treffen“, bemerkt der Verlagsleiter im Nebensatz. Und er erzählt oder sollte man eher sagen sprudelt von seinen Erfahrungen mit Gott. Er berichtet von vollen Kirchen und christlichen Projekten in Übersee, die Szaron mit Geld und Gebete unterstützt.
Beim Mittagessen – im Restaurant serviert man uns eine leckere polnische Pilzsuppe – erläutert er mir die allgemeine Situation seines Landes. „Die Wirtschaft brummt und die Stimmung ist hervorragend. Die Leute arbeiten hart und die Firmen expandieren!“ Ich denke im Stillen: „Was er mir sagt, ist das genaue Gegenteil der aktuellen deutschen Situation!“
Gegen 21:00 Uhr am Abend in der Oberlausitz. Ich sitze Michael und Elisabeth Mörl gegenüber. Seit 2004 haben die beiden Unglaubliches für Diospi Suyana bewegt. Über drei Jahre waren sie selbst am Hospital Diospi Suyana aktiv. Niemand kann die Vorträge zählen, die die Mörls für meine Vortragsreisen eingefädelt haben. Nur gesunde Kost kommt bei ihnen auf den Tisch. Wir reden gemeinsam über alte Zeiten und zukünftige Projekte. Es sind schon besondere Menschen, die zum Netzwerk von Diospi Suyana gehören. Engagiert und selbstlos. Aufopferungsvoll und hilfsbereit. Und jeder von ihnen erfährt auf seine Weise die Realität Gottes.
Falls der Szaron Verlag das 4. Buch vertreiben sollte, würden wir für den Mai 2026 eine Vortragsreise durch Polen vorbereiten. Ein faszinierender Gedanke. /KDJ++














