Linksliberale Zeitschrift „Caretas“ widmet Diospi Suyana sechs volle Seiten

Hier glauben Sie, dass Gott sichtbar ist

Es war Freitag, der 11. August gegen 13 Uhr in Lima. Doris Manco, die Leiterin unseres Medienzentrums, und ich hatten soeben im Regierungspalast mit einer Kommission den möglichen Besuch des Staatspräsidenten erörtert. Nun standen wir auf der anderen Seite des Plaza de Armas vor dem Gebäude der Zeitschrift Caretas. Seit 70 Jahren betreibt dieses Organ Enthüllungsjournalismus linker Prägung. Wir fragten an der Rezeption, ob wir kurz dem Chefredakteur Marco Zileri eine persönliche Einladung vorbeibringen dürften. Ein Ding der Unmöglichkeit. Wir hatten keinen Termin vereinbart. Wir kannten den Mann gar nicht und um die Mittagszeit sind die Leute ohnehin zu Tisch. Doch siehe da, man gewährte uns „für drei Minuten“ Einlass. Ein Fahrstuhl brachte uns in den fünften Stock.

Marco Zileri, hochgewachsen mit blitzenden Augen, winkte uns zu auf der Couch Platz zu nehmen. „Haben sie einen kleinen Augenblick Zeit?“, fragte ich den Mann, der mit seinen Reportagen schon so manchen korrupten Politiker und Kriminellen hinter Schloss und Riegel gebracht hatte. Sr. Zileri nickte und in 10 Sekunden hatte ich meinen Laptop hochgefahren. Zileri wusste nicht so recht wie ihm geschah und blickte erstaunt auf meinen verstaubten Bildschirm. Während rund 150 Bilder vorbeiflogen, machte sich der Journalist einige Notizen.

„Und ich war immer Atheist!“, rief er aus, als meine letzte Folie mit dem Text „Gott wurde sichtbar“ auf dem Monitor erschien.

Drei Wochen später rückte Marco Zileri mit einem Fotografen an. Er verbrachte zwei Tage vor Ort und stellte wohl 1000 Fragen. Er hörte die Worte des Staatschefs während der Jubliläumsfeier, sprach mit vielen Missionaren und interviewte Patienten im Wartesaal des Krankenhauses. Die Ergebnisse seiner Recherchen wurden gestern auf sechs Seiten in Caretas veröffentlicht.

Die erste Überschrift lautet: „Hier glauben sie, dass Gott sichtbar ist!“ Dann beginnt der umfangreiche Text mit dem folgenden Absatz: „In Apurimac setzt sich die Idee durch, dass Gott nicht nur existiert, sondern sichtbar geworden ist. Der Präsident unserer Republik reiste vor Ort um dieses Phänomen am 31. August zu verstehen!“

Der zweite Titel auf der nächsten Doppelseite heißt sinngemäß: „Man muss es gesehen haben, um es zu glauben!“ Marco schreibt darin: „Das Krankenhaus (Diospi Suyana) füllt ein großes Vakuum in der Gesundheitsversorgung in dieser Region. … Patienten aus allen Teilen Perus reisen hierher, um sich behandeln zu lassen!“

Im letzten Abschnitt faßt der Intellektuelle Zileri seine Eindrücke zusammen: „Katholiken und Protestanten, Juden und Atheisten arbeiten auf selbstlose Weise zusammen, um diesem Missionsspital zu helfen. Dann zitiert er mich mit den Worten: „Wir haben mit unseren Zweifeln gekämpft. Wir wollen Christus (in unserem Leben) sehen und nicht nur etwas vage glauben. Genau deshalb arbeiten wir Tag für Tag  und Jahr für Jahr. In der letzten Nacht (vor dem Fest) haben wir gebetet, was es das Zeug hielt. Der Kampf geht weiter!“ /KDJ

Die Reportage →

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