Eine unerwartete Begegnung auf der Straße

Mit Elsa Torbisco Enciso

Eine Magen-Darm-Infektion dreht ihre Runden und mich hat es auch erwischt. Also gehe ich zum Laden zwei Blocks weiter um Zwieback zu kaufen. Aus einer Seitenstraße ertönt lautes Rufen. „Doktor Klaus, Doctor Klaus!“ – Eine unbekannte Frau stürmt auf mich zu. Ich schaue sie fragend an. „Meine Tochter hat auf Youtube einen Beitrag über Diospi Suyana gesehen und deshalb bin ich hier!“ – „Von wo kommen Sie denn her?“ Ich versuche mir einen Überblick zu verschaffen.

„Wir wohnen in Lima und meine Mama ist krank. Deshalb sind wir nach Curahuasi gereist. Meine Mama wird jetzt im Krankenhaus behandelt!“

„Wie alt ist denn Ihre Mutter?“ – „Sie ist 87 Jahre alt!“ – Ob eine so weite Reise von über 900 Kilometern für eine kranke Frau im vorgerückten Alter eine gute Idee ist, weiß ich nun wirklich nicht. „Warum haben Sie denn das gemacht?“

„Die Ärzte am Hospital Diospi Suyana sind einfach ernsthafter bei der Sache“, meint die freundliche Frau. „Ich lese übrigens gerade das Buch ‚Hoffnung in den Anden‘ . Da steht alles drin über ihre Kindheit und sogar über ihre Eltern!“

Da ich ohnehin noch eine News für die Webseite brauche, mache ich schnell ein Foto von meiner Gesprächspartnerin. Und zu guter Letzt nimmt Elsa Torbisco (so heißt sie nämlich) noch einen Clip auf. „Bitte grüßen Sie meine Tochter und meine beiden Enkelkinder in Lima!“ – Ihren Wunsch erfülle ich gerne.

„Ich bringe Sie auf unsere Webseite!“ – „Ja, ja, kein Problem“, meint sie und unsere Wege trennen sich. Auf seltsame Weise geht es mir plötzlich besser. Ob es am Zwieback liegt oder an Elsa, kann ich nicht sagen. Aber eines ist sicher, Diospi Suyana wurde zum Segen für Hunderttausende Peruaner aus dem ganzen Land. Gott ist so gut! /KDJ

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