Die freundliche Konkurrenz auf der anderen Straßenseite

Don Eder hat das richtige Pulver für jedes Leiden

Keine 30 Schritte vom Haupteingang des Missionsspitals entfernt wartet Don Eder auf seine Kunden. Er kommt aus Cusco und kämpft auf seine Weise gegen die Krankheiten dieser Welt. Seine kleine Bude ist bis zum Rand gefüllt mit Früchten, Pulvern, Flüssigkeiten und sogar mit Steinen. Jawohl, die grauen Geröllbrocken helfen gegen die schlimmsten Störungen im Magen. Sagt zumindest Don Eder. Er muss es wissen, denn immerhin bietet er seit Jahren seine Produkte zu den üblichen Marktpreisen an. Sicherlich kriegt er gelegentlich ein Feedback von dankbaren Abnehmern.

Glaubt man seiner Beschilderung, dann ist Don Eder auf Magen, Leber, Niere und Prostata spezialisiert. Also in anderen Worten, deckt er den halben menschlichen Organismus ab. Und wer sagt denn, dass ein gutes Elixier für die Leber nicht auch gegen Fußpilz helfen könnte. Bisher hat noch niemand diesen Beweis erbracht.

Also ich halte jede Wette, dass seine alternative Medizin vielen Kranken auch hilft. Ob es dann an einem Placebo-Effekt liegen sollte oder an den Pillen aus der Hospital-Apotheke sei dahingestellt. Und wenn es in meinem Magen das nächste Mal so richtig drückt, hole ich mir einen seiner Steine. Den Kiesel lasse ich auf dem Fluss unten über das Wasser springen und fühle mich dann gleich besser. Im Magen und überhaupt.

Eines kann ich sagen, Don Eder ist ein netter Kerl. Und bisher ist noch niemand an seinen Behandlungsmethoden gestorben. Zumindest habe ich von keinen Todesfällen gehört. Was allerdings nicht viel heißen soll, denn ich bin ja oft auf Reisen, wie man weiß. Die Zukunft wird es weisen wer die besseren Ergebnisse erzielt – das Hospital Diospi Suyana oder Don Eder.  /KDJ

Die Steine im Eimer sind gut für den Magen – sagt Don Eder.
Pulver und Säfte gegen alles, was uns krank macht
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