Die Französische Nationalversammlung irrt gewaltig

Einige Gründe warum sich Diospi Suyana klar gegen Abtreibungen ausspricht

Am 4. März hat die französische Nationalversammlung die Freiheit auf Abtreibung in der Verfassung verankert. Regierungschef Attal sagte, man sende eine Botschaft an alle Frauen. Ihr Körper gehöre ihnen und niemand könne für sie entscheiden. – Im Spannungsfeld zwischen dem Lebensrecht des ungeborenen Kindes und dem Selbstbestimmungsrecht der Frau haben sich die Politiker positioniert. Aus unserer Sicht aber völlig falsch.

Seit etwa 400 vor Christus ist der Eid des Hippokrates eine der wesentlichen Grundlagen der ärztlichen Ethik. Er ist im Hellenismus verankert, einem der Säulen unserer abendländischen Kultur. Im Originaltext steht: „Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren!“

Im Jahr 1993 haben meine Frau Martina und ich diesen Eid – gemeinsam mit vielen anderen Ärzten – in Johannesburg geleistet.

Auch in Frankreich sind nur 3 % der Gynäkologen und Hebammen bereit diese Maßgabe zu übertreten und ein heranwachsendes Leben auszulöschen. Vielleicht könnte man das Gewissen der Ärzte als die größte Hürde für Schwangerschaftsabbrüche bezeichnen.

Wenn die Öffentlichkeit ein Video im Fernsehen sehen könnte, wie brutal und unbarmherzig ein Schwangerschaftsabbruch in der Praxis ist, würden viele Befürworter ihre Meinung sicherlich überdenken. Der lebende Organismus, der abgetötet wird, verfügt über Schmerzreize und Abwehrbewegungen. Ab der 12. SSW kann die werdende Mutter sehen, wie sich der Brustkorb ihres Kindes hebt und senkt, als ob es atmen würde. Da sich der Saugreflex immer mehr ausbildet, kann es sein, dass man den Fötus sogar beim Daumennuckeln erwischt. Auch Schlucken kann das Kind nun schon und es trinkt fleißig Fruchtwasser.

97 % der abgetriebenen Föten wären zum Zeitpunkt ihrer Geburt völlig gesund.

Mutter Teresa aus Kalkutta. Sie war eine der größten Influencerinnen aller Zeiten, weil sie Gott und sein Wort ernst nahm.

Eine zweite Säule der westlichen Kultur ist der christliche Glaube. Die großen Propheten der Weltgeschichte Jesaja und Jeremia haben klar verkündet, dass Gott ein heranwachsendes Kind  schon im Mutterleib als Menschen mit Potential und Zukunft wahrnimmt.

»Ich habe dich schon gekannt, ehe ich dich im Mutterleib bildete, und ehe du geboren wurdest, habe ich dich erwählt, um mir allein zu dienen. (Jeremia 1,5 nach HFA) – Wir stimmen mit Mutter Teresa aus Kalkutta vollkommen überein, wenn sie sagt: Abtreibung tötet zwei: Das Kind und das Gewissen der Mutter.

Was meinen Sie, verursacht eine Abtreibung bei der Frau oder beim Mediziner, der sie durchführt Gewissensnöte? Hier ein persönlicher Bericht, der das Elend der Abtreibung ziemlich deutlich beschreibt.

Trevor Sampson (rechts) mit seiner Tocher Bianca (links). Trevor hat sein Leben den benachteiligten Kindern und Jugendlichen südafrikanischer Townships gewidmet.

Im Frühjahr 2016 führte ich in Johannesburg ein langes Gespräch mit Trevor Sampson. Der begnadete Musiker hilft seit vielen Jahren benachteiligten Jugendlichen in Südafrika. Er hat ein besonderes Herz für die Kinder auf der Straße, weil er selbst unter ähnlichen Bedingungen aufgewachsen ist.

Dass er noch lebt, grenzt fast an ein Wunder, denn seine alleinstehende Mama wollte, als sie ihn erwartete, die Schwangerschaft mit einem Abort beenden. Und dieser Eingriff hätte sie noch nicht einmal etwas gekostet. Ihre eigene Mutter, also Trevors Oma, war im Township für die Durchführung von Abreibungen zuständig. Sie verrichtete ihr Handwerk mit langen Stricknadeln. Sie tat dies effizient und gründlich und ohne große Gewissensbisse. Eines Tages lag die alte Frau in ihrer Hütte in den letzten Zügen. Die Szene hat sich bis heute in Trevors Erinnerung eingebrannt. Von ihrem Sterbebett aus schrie sie in den dunklen Raum hinein: „Die Kinder, die ich abgetrieben habe, sind alle hier und klagen mich an!“. Ihr Tod war grauenvoll.

Viele Parlamente haben im Laufe der Jahrhunderte Gesetze erlassen, die im Nachhinein als unmenschlich und unmoralisch entlarvt wurden. Oft standen der Egoismus des Einzelnen oder ganzer gesellschaftlicher Gruppen Pate, wenn die gängige Rechtsprechung den jeweils eigenen Bedürfnissen angepasst wurde.  Der Umgang mit Sklaven, die Behandlung von Kriegsgefangenen und die Ausbeutung von Kindern wurden nicht selten kommerziellen Interessen untergeordnet. Mag sein, dass unsere Überzeugung vom Lebensrecht des Föten derzeit nicht mehrheitsfähig ist, aber solange Meinungsfreiheit besteht, müssen wir sie nutzen. Die Propheten des Alten Testamentes starben oft eines gewaltsamen Todes, weil eine Mehrheit der Bevölkerung die ausgesprochene Wahrheit nicht mehr hören wollte.

Am Ende der Zeiten werden wir einmal vor dem Richter aller Richter erscheinen und Rechenschaft über unsere Taten, Motive und Unterlassungssünden ablegen müssen. Auch wenn wir im Gemeinschaftskundeunterricht gelernt haben, dass es absolute Wahrheiten im gesellschaftlichen Kräftefeld nicht gibt, spricht das Buch der Bücher von heiligen und ewigen Maßstäben. Vielleicht ist genau dieser Faktor für viele Kritiker das entscheidende Motiv den Glauben an Gott über Bord zu werfen. /KDJ

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