Das peruanische Parlament erklärt den 31. Oktober zum Nationalen Tag der Evangelischen Kirchen

In Würdigung der Reformation, die Martin Luther entfacht hat

Am 19. Oktober stimmte die überwältigende Mehrheit der peruanischen Kongress-Abgeordneten für ein Gesetz, das zukünftig jeden 31. Oktober zum nationalen Tag der evangelischen Kirchen erklärt. (60 Stimmen dafür, 7 Gegenstimmen, 5 Enthaltungen)

Als Luther seine Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg nagelte, schrieb er Weltgeschichte. Als er sich 1521 auf dem Reichstag zu Worms vor dem Kaiser weigerte, seine Schriften zu widerrufen, tat er dies mit dem Hinweis auf sein Gewissen. Das war geradezu unerhört. Seit wann sollte das Gewissen eines Menschen wichtiger sein, als die kirchliche Tradition von hunderten von Jahren. Und steht nicht jede Macht in Gefahr zu fallen, wenn ihr genügend Menschen im Namen des Gewissens die Gefolgschaft verweigern?

Interessanterweise wollen viele Martin Luther für eigene Zwecke vereinnahmen, obwohl sie seine Glaubensüberzeugungen nicht im Geringsten teilen. Denn der Mann aus Eisleben glaubte an Gott, Engel und Dämonen, an die leibliche Auferstehung Christi und an das jüngste Gericht. In dieser Hinsicht steht der historische Luther großen Teilen der heutigen katholischen Kirche deutlich näher, als dem liberalen Protestantismus. Sein „Sola scriptura“ – allein die Bibel entscheidet – wäre in evangelischen Kirchensitzungen nicht mehr mehrheitsfähig.

Man mag über ihn denken, was man will. Eines ist sicher, sein Mut wurde von der Geschichte belohnt. Und die Berufung auf das Gewissen ist nach wie vor eine hohe Instanz. Leider machen sich auch 2017 Menschen schnell unbeliebt, wenn sie der Mehrheitsmeinung im Namen ihres Gewissens widersprechen./KDJ

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