Zwei Dinge, die ich nie verstehen werde

Erkenntnisse aus den Niederlanden

Die Kirchengemeinde in Wormer, Nordholland hat mich eingeladen und trotz Corona sitzen 55 Niederländer auf den harten Stühlen und Bänken. Man hat mir eingeschärft, dass mein Vortrag die Länge einer Stunde nicht überschreiten darf. Normalerweise rede ich bei den Veranstaltungen 75 Minuten, aber diesmal kommt sogar noch die Übersetzung durch Rens-Jan Kramer (vorne rechts) hinzu. 181 Bilder sind kein Pappenstil. Eigentlich kann so etwas nicht funktionieren. Doch auf wundersame Weise sind wir nach 45 Minuten am Ende angekommen. Das ist mir ein einziges Rätsel. Alle Zuhörer waren mucksmäuschenstill und an den Kommentaren danach wird deutlich, dass die Geschichte von Diospi Suyana so richtig unter die Haut gegangen ist.

Um 13:30 Uhr trete ich durch die Tür einer kleinen afrikanischen Gemeinde in Amsterdam. Die meisten der 30 Teilnehmer kommen aus Ghana. Im Klartext bin ich der einzige Weiße im Kirchraum. Pastor Elias will wissen, wie lange meine Präsentation dauern wird. “So eine Stunde”, sage ich zaghaft. “Ach es wäre besser, wenn ich länger reden würde”, meint er. Das höre ich gerne. Die Schwarzen sind voll dabei. Kaum bin ich fertig, haben sie spontan eine zweite Sammlung  anberaumt. Für Diospi Suyana natürlich. Ihre enorme Großzügigkeit beweist wieder einmal, dass die Armen dieser Welt prozentual viel mehr für Wohltätigkeit übrig haben als die Reichen.

Am Abend finde ich in einem Kloster eine günstige Bleibe. Sobald die Sonne wieder am Himmel steht, geht es weiter zu einer Firma in Hertogenbosch und dann 450 km zu einem Unternehmen in Norddeutschland. Das könnte knapp werden, denn der Verkehr ist so unberechenbar wie das europäische Wetter. /KDJ

Pastor Elias ergreift nach der Präsentation das Wort. Er ist total ergriffen.
30 Afrikaner sind im Kirchraum. Nach der Präsentation erlebe ich sprudelnde Dankbarkeit.
Zur Übernachtung in einem Kloster bei Soesterberg