Zwei, die es ernst meinten …

Ich kenne da einen, der hat viel durchgemacht. Er saß mehrmals im Knast und wurde von seinen Feinden dreimal ausgepeitscht. Einmal trieb der einen Tag und eine ganze Nacht hilflos auf dem Mittelmeer. Er schrieb an Freunde in Rom folgende Zeilen:

"Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod? Gewiß nicht!…. "Wir werden über das alles triumphieren, weil Christus uns so geliebt hat. Denn da bin ich ganz sicher: Weder Tod noch Leben…oder irgend etwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, bewiesen hat!" (Römer 8, 35-38)

Ein anderer wurde gestern auf dem Südfriedhof in Wiesbaden beerdigt. Als Text für seine eigene Trauerfeier hatte er sich die eben zitierten Worte gewünscht. Auch er hatte in seinem Leben das Leid persönlich kennengelernt.

Mit 13 Jahren starb seine Mutter, als Teenager lag er wochenlang blind und gelähmt im Koma. Im Krieg verlor er an der Front fast alle Kameraden seiner Einheit. Aus seiner Heimat in Schlesien vertrieben geriet er in französische Gefangenschaft. Sieben Jahre pflegte er seine Frau, die an Alzheimer erkrankt war. Am Ende kämpfte er gegen ein Krebsleiden. Trotzdem hielt ihn die Überzeugung aufrecht, dass am Ende unserer Tage nichts und niemand uns von der Liebe Gottes in Christus trennen könnte.

Der eine Mann war der alte Paulus. Der andere mein Vater Rudolf John. /KDJ