Witmarsum in Südbrasilien

Deutsche aus Russland haben hier eine neue Heimat gefunden

Auf meiner Reise von Sao Paulo in Richtung Curitiba komme ich auch durch die deutsche Kolonie Witmarsum. Wegen ethnischer und religiöser Verfolgung haben deutsche Mennoniten im letzten Jahrhundert Sibirien verlassen und schlugen im Bundesstaat Paraná ihre Wurzeln. Zwei Tage bin ich im Gästehaus einer gewissen Familie Schartner untergebracht. Ich werde verwöhnt nach Strich und Faden. Am Abend ist die Igreja Menonita Brasileira voll. Mein Vortrag wird Satz für Satz ins Portugiesische übersetzt. Der Funke springt über. Am Ende spricht mich ein gebürtiger Sachse an: “Dr. John, so etwas Ermutigendes wie Diospi Suyana habe ich noch nie gehört!”

Kurz vor meiner Abreise frage ich zaghaft wieviel ich für die Benutzung des Gästehauses zahlen dürfe. Anstatt einer Rechnung erhalte ich einen dicken Briefumschlag. Es handelt sich um eine überhaus großzüge Spende für Diospi Suyana in Peru.

Der Motor springt an. Es geht weiter in den Süden. Von der Großstadt Curitiba sind es im Auto dann nur noch 15 Stunden Fahrt bis nach Uruguay und etwa genau so lang bis nach Paraguay. Dort hätte ich dann keine Kommunikationsprobleme mehr. Die Brasilianer sprechen mit ganz wenigen Ausnahmen weder Englisch noch Spanisch, sondern nur die schönste Sprache der Welt. Die wiederum verstehe ich nicht.

In zwei Wochen sitze ich wieder im Flugzeug nach Peru. Bis dahin werde ich aber wohl noch eine Menge erleben. /KDJ

Adelbert Schartner am Grab seiner Schwiegereltern
Am Mittwochabend sprach ich in dieser Kirche
Über 100 Zuhörer kamen zur Veranstaltung