Wenn Sie nach Ihrer Spende nichts von uns hören …

Liebe Freunde,

wenn uns erstmals eine Spende von Ihnen erreicht, möchten wir Ihnen natürlich danke sagen und ggf. eine Zuwendungsbestätigung (Spendenbescheinigung) schicken. Und wenn Sie es wünschen, treten wir auch gerne in persönlichen Kontakt zu Ihnen und halten Sie durch unseren Rundbrief auf dem Laufenden.

Meistens ist das aber gar nicht so einfach.

Seit 01.01.2007 gibt es für Banken keine Verpflichtung mehr, Adressdaten von Kunden an die Empfänger zu geben. Wie manche Banken sagen, auch „keine Möglichkeit mehr“, was sicher nur eine Frage der Software-Programmierung für die Lesegeräte ist. Die Banken übermitteln also selbst dann keine Anschriften, wenn der Kunde sie bei seiner Überweisung angegeben hat. Auch dann nicht, wenn der Spender im Verwendungszweck sogar um eine Spendenbescheinigung bittet!

Und sie berufen sich dabei pauschal auf den Datenschutz.

Wenn Sie gerne Kontakt zu uns pflegen möchten oder eine Zuwendungsbestätigung wünschen und uns die Suche nach Ihnen erleichtern möchten, gibt es nur eine Möglichkeit: Schreiben Sie Ihre Adressdaten in den Verwendungszweck. Nur dann werden Ihre Daten auch an uns übermittelt. Wenigstens meistens – und wenigstens zum Teil (auch hier kommt es vor, dass Daten abgeschnitten werden und wir vergeblich in den elektronischen Telefonbüchern nach Ihnen suchen).

Da wir großen Wert auf Datenschutz legen und uns nicht aufdrängen wollen, respektieren wir selbstverständlich, wenn jemand keinen persönlichen Kontakt zu uns wünscht oder unseren Rundbrief nicht erhalten möchte. Leider wissen wir das im Einzelfall aber nicht. Ohne unsere Recherche würden die meisten unserer Freunde gar nichts von uns hören. Nicht selten erfahren wir nach erfolgreicher Adressrecherche: Aber ich hatte meine Anschrift doch angegeben!

Bei unserer Adressanfrage an die Absenderbank wissen wir, dass sie von sich aus die persönlichen Daten nicht weitergeben darf – und bitten deshalb darum, unsere Anfrage an ihren Kunden weiterzugeben, damit er sich bei uns melden kann, wenn er das möchte. Dann hat der Spender die Gelegenheit, selbst zu entscheiden. Somit ist das Datengeheimnis gewahrt.

Wir erleben sehr freundliche Banken, die ihre Kunden als mündige Bürger behandeln und unsere Anfrage weiterleiten. Und damit wissen, dass sie dem Datenschutz genügen. Leider ist das aber keine Selbstverständlichkeit. Vor allem bei der Deutschen Bank nicht. Sie räumen ihrem Kunden gar keine eigene Entscheidungsfreiheit ein, sondern verfügen ungefragt über ihn. Ich zitiere aus einer E-Mail: „Als Kreditinstitut lehnen wir es generell ab, mit Informationen Dritter an unsere Kunden heranzutreten. Dies dient dem Schutz unserer Kunden, da wir nicht entscheiden können, welche Informationen unsere Kunden erhalten möchten.“

Die Frage muss erlaubt sein: Schutz – oder doch eher mangelnder Service und Bequemlichkeit?

Anette Bauscher

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