Warum brannte es im 12. Stock der peruanischen Polizei?

Peru am Scheideweg

Bruno Pacheco ist flüchtig. Wer bei seiner Ergreifung behilflich ist, erhält 30.000 Soles als Belohnung. Bei ihm handelt es sich um den ehemaligen Generalsekretär des peruanischen Staatschefs Pedro Castillo. Bei Bruno fanden sich in seiner Toilette im Palast 20.000 USD, gut versteckt im Kasten der Wasserspülung. Gian Marco Castillo und Fray Vasquez Castillo werden ebenfalls gesucht. Bei ihnen geht es um Korruption, die Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche. Die beiden sind die Neffen des gegenwärtigen Staatschefs. Seit über vier Wochen sind sie spurlos verschwunden.

Am gestrigen Montag sollte ihr Fall nun endlich im Gericht verhandelt werden. Just einige Stunden zuvor brannte es auf der 12. Etage des peruanischen Polizeihauptquartiers in Lima lichterloh. Genau hier ist bzw. war die Untersuchungsabteilung für Geldwäsche untergebracht.

Vor einer Woche überstand Pedro Castillo sein zweites Amtsenthebungsverfahren, dabei ist er erst seit dem 28. Juli 2021 an der Macht. Drei Premierminister sind in dieser Zeitspanne gescheitert, der vierte Aníbal Torres führt seit dem 8. Februar die Amtsgeschäfte, natürlich unter Leitung des Staatspräsidenten. Ein Kabinett besteht in Peru aus 18 Ministern. In der Summe hat es die Exekutive auf bisher 52 geschafft (Einige Politiker kamen mehrmals zum Zug). In nur acht Monaten ein Rekord im Andenland.

Derzeit gibt es in neun Bundesstaaten des Landes Unruhen mit gewaltsamen Ausschreitungen und Plünderungen. Peru quo vadis? Peru wohin gehst Du?

Diese Drei werden polizeilich gesucht. Gestern sollte der erste Verhandlungstag vor Gericht stattfinden.