Vor dieser Frau ziehen wir den Hut

Die Aktivistin von der Diospi-Suyana-Basis

Mindestens einmal im Jahr bittet Gisela Graf um ein aktuelles Bild der Mitarbeiter in Curahuasi. Und spätestens nach der ersten oder zweiten Erinnerung schicke ich ihrer Schwester eine JPG-Aufnahme. Gisela selbst hat kein Internet, aber dafür den ganz heißen Draht nach oben. Am Morgen betet sie anhand des Fotos für die Missionare bei Diospi Suyana. Sie tut es mit Überzeugung und Hingabe. Zwischen anderthalb und zwei Stunden investiert sie in diese Gebetszeit. Und da wundern sich manche noch, warum Diospi Suyana so erfolgreich ist.

Gisela Graf bei der Vereinsgründung 2002. Sie steht in der ersten Reihe mit der blauen Bluse.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2002 ist sie bei Diospi Suyana dabei. Die freundliche Wiesbadenerin hat 20 Jahre ihres Lebens als Erzieherin und 20 Jahre als Altenpflegerin gearbeitet. Mit Uli Graf war sie 16 Jahre verheiratet. Er litt an so einigen Krankheiten auch an einer Chronisch-lymphatischen Leukämie.

“Sie haben ihrem Mann zehn Jahre extra geschenkt!”, sagte mal der behandelnde Arzt. Er wusste welche liebevolle und fürsorgliche Aufmerksamkeit Gisela ihrem Mann zukommen ließ.

Gisela Graf, geb. Stücher ist ein Urgestein der Landeshauptstadt. Die 83-Jährige wurde als Teenagerin von Pfarrer Herfurth in der Evangelischen Ringkirche konfirmiert.

Bei vielen Menschen ist der Glaube ein Auf und Ab und ein Ringen nach Wahrheit. Gisela hat nie an Gott gezweifelt. “Ich merke, dass mein Vertrauen auf Gott an Tiefe gewinnt!”, sagt sie am Telefon. “Und ich habe es nie bereut, mich für Diospi Suyana zu engagieren. Der Glaube steht wie eine große Verheißung über meinem Leben!” /KDJ